Ingres 10 soll Migration von anderen Datenbanken erleichtern
In Version 10 zieht die freie Datenbank Ingres bei Multiversioning Concurrency Control mit der Konkurrenz gleich. Rückstände bleiben unter anderem noch in den Bereichen Datenverschlüsselung und der JDBC-Unterstützung.
- Christian Kirsch
Einen Schwerpunkt bei der Entwicklung von Version 10 der freien Datenbank Ingres 10 haben die Entwickler nach eigenen Worten auf die vereinfachte Migration von anderen Produkten gelegt. Insbesondere wollen sie den Umstieg von Oracle und MySQL erleichtern. Dazu sollen unter anderem Werkzeuge beitragen, die in einem Sourceforge-Projekt entwickelt werden. Laut Dokumentation ist diese Software jedoch bislang nur mit Ingres 9 getestet und arbeitet lediglich mit Oracle zusammen.
Erstmals bietet Ingres 10 Multiversion Concurrency Control (MVCC), sodass Anwender sich beim Arbeiten mit der Datenbank nicht gegenseitig blockieren. Jeder sieht einen Schnappschuss der Daten, der wahlweise zu Beginn seiner Transaktion oder vor AusfĂĽhrung jedes Statements ausgefĂĽhrt wurde.
Neu hinzugekommen ist die Möglichkeit, Tabellenspalten zu verschlüsseln. Ausgenommen davon sind jedoch Binärdaten (BLOBs), und auch eine obligatorische Verschlüsselung ganzer Tabellen oder Datenbanken ist nicht vorgesehen. Mehrere SQL-Abfragen lassen sich auf einen Rutsch an den Server schicken, allerdings sind nur DDL-Statements (Data Definition Language) und solche SQL-Befehle zulässig, die keine Ergebnismengen liefern. Ingres 10 unterstützt jetzt JDBC 4.0, erlaubt jedoch keine Aufrufe von Stored Procedures via Statement oder PreparedStatement.
Binärversionen von Ingres 10 stehen für Windows und Linux jeweils in 32- und 64-Bit-Varianten zur Verfügung, für andere Plattformen gibt es den Quellcode online. Die Release-Notes beschreiben alle Änderungen im Detail. (ck)