Microsoft trommelt für Windows Vista und Office 2007

2006 sei das Jahr der vielleicht größten Innovationen, die Microsoft jemals auf den Markt gebracht habe, sagte Microsoft-CEO Steve Balmer in New York.

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  • Michael Kurzidim

2006 sei das Jahr der vielleicht größten Innovationen, die Microsoft jemals auf den Markt gebracht habe, sagte Microsoft-CEO Steve Ballmer am gestrigen Donnerstag auf dem "Executive Business Forum" in New York. Zusammen mit Chris Capossela, Vize-Präsident und Leiter von Microsofts Business Division, versuchte Balmer seine Vision, wie "Mitarbeiter mit der geeigneten Software zum Schlüsselfaktor für den Erfolg von Unternehmen" werden könnten, dem Publikum nahezubringen. Rund 500 Millionen US-Dollar will Redmond in den kommenden Monaten in Werbe- und Marketingmaßnahmen stecken, bevor voraussichtlich Ende dieses Jahres die Final-Versionen von Windows Vista und Office System 2007 erscheinen.

Der Mensch stehe im Mittelpunkt, beteuerte Microsoft auch auf der CeBIT in Hannover. Im alten Office 2003 vertrödelten Benutzer viel Zeit mit der Suche in Schachtelmenüs. Damit sei bald Schluss. Im neuen Office 2007 soll eine aufgabenorientierte Bedienoberfläche die Anzahl der Mausklicks um bis zu 60 Prozent reduzieren. Im Durchschnitt reichten dann fünf Mausklicks aus, um die gewünschte Funktion zu erreichen, versprach Microsoft auf der CeBIT-Pressekonferenz "Die Benutzeroberfläche der Version 2007" und stützt sich dabei auf Usability-Untersuchungen in den eigenen Labors. Eine wichtige Rolle spielt dabei die neue Multifunktionsleiste ("Ribbon"), die dem Benutzer die Werkzeuge präsentiert, die er erfahrungsgemäß für die im Hauptmenü ausgewählte Aufgabe am dringendsten benötigt. Die 2007er-Versionen von Word, Excel, PowerPoint und Access werden mit dem "Ribbon" ausgestattet sein.

Zum Office System 2007 zählt Microsoft auch Server, die die Desktop-Programme mit zusätzlichen Diensten versorgen. Dazu gehören beispielsweise "Document Sharing", Videokonferenzen, VoIP, Diskussionsforen, gemeinsames Arbeiten an Dokumenten in Echtzeit oder Projekt- und Aufgabenmanagement. Zentrale Aufgaben übernimmt der Office SharePoint Server 2007, der den alten SharePoint Portal Server und den Content Management Server unter einem Dach vereint und außerdem den neue "Excel Web Access" offeriert. Damit werden, so Microsoft, Benutzer mit einem Browser auf ihre Spreadsheets zugreifen können. Auch für die Geschäftsdaten des neuen Forms Server und Project Server soll ein Web-Browser als Frontend ausreichen.

In New York sparte Ballmer denn auch nicht mit Seitenhieben auf den Hauptkonkurrenten IBM, der unter anderem mit dem Groupware-Paket Lotus Notes dem neuen Office System 2007 gefährlich werden könnte. Der Microsoft-CEO porträtierte IBM als ein Dienstleistungsunternehmen, dessen Berater Firmen helfen und dann wieder verschwänden, während Software von Microsoft den Mitarbeitern helfe, jeden Tag produktiver zu sein.

Ken Bisconti, Vize-Präsident von IBMs "Software Group Workplace, Portal and Collaboration Products" revanchierte sich prompt. Ballmer und Capossela hätten mehr Funktionen gezeigt, als Leute in einer reinen Software-Umgebung von Microsoft bräuchten oder wünschten. Offensichtlich, so Bisconti weiter, klammere sich Microsoft an ein proprietäres Software-Modell aus Prä-Internet-Zeiten. (ku)