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Facebook in Zahlen
Nicht erst seit sich Hollywood dem Phänomen Facebook gewidmet hat, faszinieren Zahlen und Statistiken zu dem weltgrößten sozialen Netzwerk. Facebook selbst gibt sich da eher bedeckt, deshalb springen insbesondere Blogs zum Thema Online-Marketing in die Bresche. Die tschechische Entwicklerschmiede Candytech bietet auf ihrem Portal facebakers derzeit den reichhaltigsten Fundus.
So erfährt der erstaunte Besucher etwa, dass die Deutschen im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn regelrechte Facebook-Muffel sind: Nur 14,5 Prozent der Bürger haben einen Account (Stand 10/2010), das bedeutet Platz 101 im Länderranking. Laut facebakers führt derzeit übrigens der Vatikanstaat mit 91,68 Prozent Facebook-Nutzern, gefolgt von den Falkland-Inseln. Das Portal gibt auch Aufschluss über die beliebtesten Facebook-Anwendungen. Naturgemäß führt die Webapplikation für das soziale Netz die Statistik an, gefolgt vom Spiel Farmville und der App fürs iPhone.
Grafische Google-Geschichte
Trotz der Größe des Konzerns behält Google noch einige der unkonventionellen Angewohnheiten, die die Suchmaschine einst so sympathisch machten. Dazu gehört, dass zu besonderen Anlässen ein zum Thema passendes, liebevoll umgestaltetes Google-Logo anstatt des Originals auf der Homepage prangt. Das Blog Google Logo Collection hält viele dieser Grafiken vor.
Hier lässt sich beispielsweise nachvollziehen, dass Google während der Olympischen Winterspiele im Februar 2010 an jedem Tag ein zu den sportlichen Entscheidungen passendes Bild präsentiert hat. Bisweilen gelangen den verspielten Designern echte Highlights: So gestalteten sie am 6. Juli 2008 zum Geburtstag des Malers Marc Chagall das Google-Logo getreu dessen Stils um. Sogar ein Logo aus dem Jahre 1998, als Google noch im Betastatus war, findet sich in der Sammlung.
Offene Synonym-Suche
Auch wenn man ähnlich schreibt wie Johann Wolfgang von Goethe (siehe unten): Manchmal hapert es am aktiven Wortschatz, und Wiederholungen schleichen sich ein. Abhilfe kann ein Thesaurus schaffen, der sinnverwandte Wörter (Synonyme) ermittelt. Im Web bietet sich dazu der Openthesaurus an.
Openthesaurus liefert nicht nur Synonyme, sondern praktischerweise auch passende Wikipedia-Einträge sowie Erläuterungen aus dem freien Wörterbuch Wiktionary. Als Mitmachprojekt startete Openthesaurus bereits 2003. Mittlerweile spuckt das Synonym-Lexikon dank der Zuarbeit vieler Nutzer bemerkenswert gute Ergebnisse aus und wird ständig weiterentwickelt. So gibt es neuerdings ein Web-API und sogar eine eigene Android-App für den Zugriff von unterwegs.
Ego-Streicheleinheit
www.faz.net/f30/aktuell/WriteLike.aspx
Sie wollen sich mit den großen deutschen Literaten vergleichen? Kein Problem: Bei Ich schreibe wie … müssen Sie lediglich per Cut&Paste eine Textprobe einfügen um zu erfahren, ob Ihr Stil dem von Goethe ähnelt oder doch eher dem von Ingeborg Bachmann. Das spaßige Tool läuft im Angebot der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die es von der russischen Softwarefirma Coding Robots übernommen und ins Deutsche übertragen hat.
Nach Angaben von Coding Robots werkelt hinter dem Original „I Write Like“ ein statistisches Auswertungsprogramm, das die Texteingaben tatsächlich mit den Werken berühmter Autoren vergleicht. Links zu „I Write Like“ verbreiteten sich im Juni 2010 rasend schnell über Twitter und Facebook, sodass die kleine Ego-Streicheleinheit zwischendurch unter englischsprachigen Hobby-Schreibern inzwischen sehr beliebt ist.
Dokumenten-Verbreiter
Mal eben schnell Dokumente einem breiten Personenkreis zugänglich zu machen kann zur verzwickten Sache werden: Mal kann dieser Nutzer keine DOCX-Dateien öffnen, mal hat jener Empfänger keinen Powerpoint-Konverter. Diese Probleme soll das Web-Tool docdroid lösen.
Ohne jede Anmeldung lädt man ein Dokument per Mausklick hoch. Das kostenlose Tool wandelt die Datei zur Ansicht im Browser um und gibt einen Link aus. Unter dieser URL lässt sich das Dokument nun von jedem anderen Nutzer entweder direkt ansehen oder im Original herunterladen. Ein Passwortschutz ist möglich. Der Anbieter Lunaweb gibt an, dass docdroid derzeit unter anderem die Formate PDF, DOCX, DOC, ODT, RTF, XLS, XLSX, PPT, PPTX und ODP unterstütze. Weitere Konverter seien in Entwicklung.
Im kurzen Praxistest begeisterte uns docdroid insbesondere wegen der extrem simplen Bedienung. Das Tool ist ein echter Zeitsparer und dürfte Anwendern sozialer Netzwerke eine große Unterstützung sein: Direkte Schnittstellen zu Twitter und Facebook ermöglichen, hochgeladene Dokumente blitzschnell dem Follower- respektive Freundeskreis zugänglich zu machen.
Selbstredend sollte docdroid keinesfalls als Speicherort für sensible Dateien genutzt werden. Lunaweb versichert, dass docdroid Dateien 60 Tage nach dem Hochladen automatisch löscht. Möchte man den Löschzeitpunkt selbst bestimmen, muss man direkt nach dem Upload eine Mail-Adresse angeben, zu der docdroid einen Link schickt, über den sich das Dokument auch vor der 60-Tage-Frist entfernen lässt.
Die Websites aus c't 22/2010