Mars-Orbiter: NASA-Sonde Maven hat sich seit Tagen nicht mehr gemeldet

Maven ist die jüngste NASA-Sonde im Orbit des Mars, dort aber auch schon seit 11 Jahren. Jetzt hat der Orbiter einfach aufgehört, sich zu melden.

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Der Mars und davor eine Sonde

Künstlerische Darstellung von Maven vor dem Mars

(Bild: NASA's Goddard Space Flight Center)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die NASA hat offenbar vollkommen unerwartet den Kontakt zu ihrem jüngsten Mars-Orbiter verloren, die Sonde Maven (Mars Atmosphere and Volatile EvolutioN) hat sich zuletzt am Wochenende gemeldet. Das hat die US-Weltraumagentur jetzt mitgeteilt und erklärt, dass die dabei empfangenen Telemetriedaten auf normal funktionierende Subsysteme hingewiesen hätten. Als die Sonde auf ihrer Umlaufbahn wieder hinter dem Roten Planeten hervorkommen sollte, habe man auf der Erde keine Signale mehr empfangen. Die für die Sonde verantwortlichen Teams untersuchen die Anomalie seitdem und wollen weitere Informationen bekannt machen, sobald sie verfügbar werden.

Maven hat den Mars im Herbst 2014 erreicht, acht Jahre später als der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) der NASA und sogar 13 Jahre nach Mars Odyssey. Beide Sonden sind weiterhin aktiv, auch wenn Mars Odyssey langsam der Treibstoff ausgeht, wie Ars Technica berichtet. Alle drei haben ihre nominelle Missionsdauer längst überschritten, Maven beispielsweise war auf ein Jahr beim Roten Planeten ausgelegt. Der Orbiter war der erste, der für die Untersuchung der oberen Marsatmosphäre ausgelegt war. Die dann gesammelten Daten haben unter anderem gezeigt, dass der Einfluss der Sonne allein ausgereicht hat, um den Mars seiner einst dichten Atmosphäre zu berauben. Die war demnach vorher mit jener der Erde vergleichbar.

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Zusätzlich zur Forschungsarbeit hat Maven aber auch als Relais gedient, über das Rover auf dem Mars mit der Erde kommunizieren konnten. Unter anderem wegen des ungewöhnlichen Orbits der Sonde ist sie dafür besonders gut geeignet, schreibt Ars Technica. So könne nur Maven bis zu 30 Minuten am Stück Daten zur Erde schicken, gleichzeitig sei die Datenrate am höchsten. Ein Ausfall der Sonde wäre für die US-Weltraumagentur ein herber Rückschlag, es gibt am Roten Planeten aber genügend Sonden, die einspringen können. Auch die Orbiter der Europäischen Weltraumagentur ESA können mit den NASA-Geräten kommunizieren. Der US-Weltraumagentur ist es aber ohnehin schon mehrfach gelungen, noch deutlich weiter entfernte Weltraumsonden wieder zum Laufen zu bringen.

(mho)