DVD-Rohlinge: Marken- vs. Discounterware
Bei der Qualität von DVD-Rohlingen holen Hersteller aus Taiwan und Indien gegenüber den japanischen Marken auf. Das Minus-Format zeigt Vorteile bei hohen Aufnahmegeschwindigkeiten, zeigt ein Test in der aktuellen c't.
c't hat in seiner aktuellen Ausgabe 14/2005 DVD-Rohlinge getestet. Bei der Prüfung von 63 Handelsmarken ergab sich als eines der entscheidenden Ergebnisse: Die Qualität der Rohlinge hängt entgegen landläufigen Annahmen nicht vom Kaufpreis ab. Gute Rohlinge für achtfaches Brenntempo sind bereits ab 60 Euro-Cent zu haben. So boten Discs aus Taiwan und Indien zum Teil eine ähnlich gute Qualität wie Markenware aus Japan. Kein Wunder: Die Hersteller aus den günstigen Produktionsländern arbeiten zum Teil als Subunternehmen für japanische Marken und haben inzwischen von deren Know-how gelernt.
Das größte Problem der Supermarkt-Rohlinge ist, dass der Kunde an der Verpackung kaum erkennen kann, welcher Hersteller für die Scheiben verantwortlich ist. Bei einer Sorte fanden sich gar Medien von verschiedenen Produzenten in einer Verpackung. Allenfalls über die Angabe des Herkunftlandes lässt sich Auwahl der möglichen Hersteller beim Kauf einschränken. Gewissheit hat man jedoch erst, wenn man die Hersteller-Kennung am PC ausliest. Doch auch hier gilt es, wachsam zu sein: So imitierte ein Hersteller von der chinesischen Halbinsel Macao die Kennung einer japanischen Marke, ohne die Qualität der Originale zu erreichen. Bei diesen auffallend billigen Imitaten stieg die Zahl der Brennfehler stark an.
Beim Vergleich der 16X-Rohlinge zeigten die DVD-R-Rohlinge eine deutlich bessere Qualität als die Scheiben des DVD+R-Formats. Der Grund könnte in den physikalischen Unterschieden beider Aufnahmeformate liegen. So arbeiten Plus-Medien mit einer höheren Wobble-Frequenz und zeigten deutlich höhere radiale Störungen der Aufnahmespuren als Minus-Rohlinge.
In einem Klimakammer-Test simulierte c't die Alterung der Medien und stellte frappierende Unterschiede fest: Einige Scheiben, die direkt nach dem Brand noch eine sehr gute Qualität zeigten, waren nach dem Klimakammer-Aufenthalt kaum noch zu lesen, während andere Medien, die zunächst nur eine mittelmäßige Aufnahmequalität zeigten, die Klimakammer fast unbeschadet überstanden. Wer Daten über Jahre archivieren will, sollte die Speichermedien also mit Bedacht wählen.
Die größte Gefahr von Fehlbränden geht nach wie vor von zu hohen Brenngeschwindigkeiten aus. Erfreulicherweise gibt es inzwischen einige Brenner- wie auch Rohlings-Hersteller, die das 16fache Schreibtempo im Griff haben. Viele Recorder versuchen jedoch, besonders 8X-Rohlinge zu schnell zu Brennen. Hier sollte man das Brenntempo manuell drosseln, um keinen Fehlbrand zu riskieren und die Haltbarkeit der Medien nicht zu sehr zu verkürzen. Die optimale Brenngeschwindigkeit hat c't dabei für jeden Rohling anhand von sechs verschiedenen Brennermodellen überprüft und gibt für jedes Modell explizite Rohlings-Empfehlungen.
Details zum Test der DVD-Rohlinge, Tipps fĂĽr die richtige Kombination aus Rohling und Brenner und Hintergrundinformationen zur Technik der beschreibbaren DVD bringt c't in der aktuellen Ausgabe (ab Montag, den 27. Juni, im Handel): (hag)
- Keine Frage des Preises, DVD-Rohlinge: Marken - kontra Supermarktware, c't 14/2005, S. 98
- DVD-Brandmeister, Welche DVD-Brenner Rohlinge am besten beschreiben, c't 14/2005, S. 108
- Brandschutzprüfung, Wie sich gute und schlechte DVD-Rohlinge unterscheiden, c't 14/2005, S. 110