Bislang nur illegal verfĂĽgbar: SpaceX macht Starlink in Venezuela kostenfrei

Wegen US-Sanktionen war Starlink in Venezuela bislang nicht legal nutzbar. Nach der Ergreifung des Präsidenten durch das US-Militär ist der Dienst kostenfrei.

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Starlink-Antenne im Gras vor Palmen

(Bild: GamElon/Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Als „Unterstützung für die Menschen“ nach der Ergreifung von Staatschef Nicolás Maduro durch das US-Militär, will SpaceX für die Nutzung des Satelliteninternets Starlink in Venezuela einen Monat lang kein Geld verlangen. Das hat das US-Raumfahrtunternehmen am Wochenende bekannt gegeben und versichert, dass aktive Kundinnen und Kunden dafür nichts unternehmen müssten. Wer eine Antenne besitze, den Dienst aus Kostengründen aber gekündigt habe, könne ihn kostenfrei reaktivieren. Gelten soll beides bis zum 3. Februar, heißt es bei SpaceX. Dabei ist aber unklar, wie viele Menschen davon überhaupt profitieren können, denn offiziell ist das Satelliteninternet in dem Land gar nicht verfügbar. SpaceX gesteht ein, dass man die nötigen Antennen dort nicht kaufen kann.

Maduro wurde am Samstag vom US-Militär in der venezolanischen Hauptstadt Caracas ergriffen und nach New York gebracht. Teil der völkerrechtswidrigen Aktion waren Angriffe auf verschiedene Ziele in und um Caracas, dabei sind laut Behörden dutzende Menschen getötet worden, berichtet die New York Times. Maduro hatte nach Einschätzung der Opposition und von internationalen Beobachtungsstellen die von Betrugsvorwürfen überschattete Präsidentenwahl vor eineinhalb Jahren gegen den Oppositionspolitiker Edmundo González Urrutia verloren. Die USA und eine Reihe lateinamerikanischer Staaten erkennen Maduro deshalb nicht mehr als legitimen Staatschef an.

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Starlink von SpaceX gibt es seit 2019, mehr als 9400 aktive Satelliten liefern auf allen Kontinenten schnelle Internetverbindungen. Damit Menschen den Dienst buchen können, muss er aber jeweils nach nationalem Recht freigegeben werden. Das ist in Venezuela nicht passiert. Ganz im Gegenteil haben scharfe US-Sanktionen die Nutzung des Diensts dort eigentlich verhindern sollen. Trotzdem wurden die nötigen Antennen dort frei verkauft, offen beworben und vielfach gelobt, hieß es vor fast zwei Jahren. Die Verfügbarkeitskarte des Anbieters listet das Land als bislang nicht unterstützt auf. Starlink soll dort „demnächst“ verfügbar werden. Wie viele Menschen Starlink dort genutzt haben und wie viel Geld SpaceX dafür genommen hat, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt.

(mho)