Lawinenrettung: Wie Hightech Risiken verringern soll

Lawinen sind das größte Risiko winterlichen Alpensports. Verschiedene technische Errungenschaften sollen fatale Folgen verhindern.

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(Bild: C. Andres, SLF)

Lesezeit: 16 Min.
Von
  • Henri Wagner
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Eine Skiabfahrt durch unberührten Schnee auf einem einsamen Hang in den winterlichen Alpen: Um so was zu genießen, setzen sich Menschen einer der tückischsten alpinen Gefahren aus. Winter für Winter sterben Tourengeher und Freerider durch Lawinen – in Europa waren es allein in der vergangenen Saison 2024/25 siebzig Menschen. Immer wieder trifft es auch erfahrene Alpinisten, sogar wenn sie bei allgemein geringem Lawinenrisiko unterwegs sind – wie etwa gleich zu Beginn dieses Winters, als fünf deutsche Bergsteiger in Südtirol tödlich verunglückten.

Wenn ein Mensch komplett verschüttet ist, drängt die Zeit: Rettung durch Profis wie Bergwacht oder Hubschrauber kommt oft zu spät, weil die Überlebenswahrscheinlichkeit nach etwa 10 Minuten aufgrund des Sauerstoffmangels rapide sinkt. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Eurac Research in Bozen, Schweizer Notfallmedizinern und dem Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF; bisher galt ein Richtwert von 15 Minuten. Warum sich diese sogenannte Überlebensphase gegenüber der letzten großen Studie aus den 90er Jahren so stark verkürzt hat, können die Autoren nur vermuten; möglicherweise liege es am Klimawandel und dem dadurch bedingten kompakteren Schnee, der weniger Sauerstoff enthält.

Mehr zu Rettung und Notruf
c’t kompakt
  • Lawinentechnik verringert das Risiko einer fatalen VerschĂĽttung im alpinen Wintersport. Pflicht ist dabei das LVS-Gerät, mit dem Tourengeher ihre verschĂĽtteten Kameraden rasch selbst orten und bergen können.
  • Am häufigsten ist der Tod durch Ersticken, Hightech-AusrĂĽstung soll dies verhindern: Airbags halten den Körper ĂĽber den Schneemassen, neuartige Pumpsysteme fächern dem VerschĂĽtteten Atemluft vor das Gesicht, um Rettern mehr Zeit zu verschaffen.
  • Sicherheitsexperten betonen den absoluten Notfallcharakter dieser Systeme. Sie ersetzen keine grĂĽndliche Ausbildung von Alpinisten.

Essenziell ist deshalb die sogenannte Kameradenrettung, also die Soforthilfe durch Begleiter. Dafür müssen jedoch alle Gruppenmitglieder entsprechend ausgerüstet sein. Bei der Ortung helfen Geräte, die mithilfe modernster Digitaltechnik heute wesentlich präziser arbeiten und sich einfacher bedienen lassen als ihre analogen Vorgänger. Außerdem gibt es raffinierte Hightech-Ausrüstung, die die Überlebensaussichten eines Lawinenopfers verbessern kann – etwa indem sie Sauerstoff zuführt oder die Chance erhöht, an der Schneeoberfläche zu bleiben.

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