Mobilkom Austria hat über neun Millionen Kunden
Ein Großteil des Kundenwachstums entfällt auf die Akquisitionen in Südosteuropa. Mit insgesamt 2,5 Milliarden Euro Umsatz tragen die Mobilfunk-Gesellschaften zu 55 Prozent zum Geamtumsatz des Telekom-Austria-Konzerns bei.
Der Kundenstock der Mobilkom Austria Gruppe ist 2005 um 81,1 Prozent auf knapp neun Millionen nach oben geschnellt, nicht zuletzt dank der Übernahme der bulgarischen Mobiltel mit 3,6 Millionen Kunden. Inzwischen wurde die Neun-Millionen-Marke bereits überschritten. Damit könnte das selbstgesteckte Ziel von zehn Millionen Kunden noch 2006 oder 2007 erreicht werden. Die Expansion der Telekom-Austria-Tochter soll aber noch weitergehen. In diesem Jahr wollen die Österreicher versuchen, die Ausschreibungen von Mehrheitsanteilen der serbischen Mobtel und der bosnisch-herzegowinischen Telekom Srpske zu gewinnen. Dies erklärte CEO Boris Nemsic am heutigen Montag bei der Präsentation der Jahresergebnisse 2005 in Wien.
Der Gesamtumsatz der Gruppe stieg um 17,1 Prozent auf 2,49 Milliarden Euro, was rund 55 Prozent des Umsatzes der gesamten Telekom Austria Konzerns bedeutet. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich um 26,6 Prozent auf 969 Millionen. In diesen Zahlen sind die Ergebnisse der gekauften bulgarischen Mobiltel ab 12. Juli 2005 enthalten. Diese hat vor zwei Wochen ihr UMTS- und HSDPA-Netz kommerziell gestartet und möchte bald auch ein WiMAX-Netz errichten. In Österreich sollen bald neue Angebote zum Musikdownload kommen. Bisher werde der Erfolg durch den Wunsch der Musikindustrie, einen Euro pro Song zu verdienen, gehemmt.
In Österreich konnte Mobilkom Austria weiter zulegen und zählte zum Jahresende 3,4 Millionen Kunden (plus 3,6 Prozent). Nach Eigeneinschätzung beträgt der Marktanteil nach SIM-Karten 39,1 Prozent. Während der ARPU (Durchschnittsumsatz je Kunde und Monat) leicht von 37,1 auf 36,5 Euro nachgab, stieg vor allem die Datennutzung rasant. Wurden 2004 noch 4,11 Terabyte im Mobilkom-Netz übertragen, waren es 2005 bereits 48,68 TByte. Bereits 18,7 Prozent der Kunden haben EDGE- und UMTS-Geräte. Der Umsatz stieg um 2,4 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro, das EBITDA verbesserte sich um 3,3 Prozent auf 612,8 Millionen Euro. Daraus ergibt sich eine weiter optimierte EBITDA-Marge von 35,6 Prozent.
Während dies bereits ein sehr guter Wert ist, dürfte die EBITDA-Marge (Gesamtjahr) der bulgarischen Mobiltel von 61,5 Prozent eines der weltweit besten Resultate eines Mobilfunk-Netzbetreiber sein. Beachtlich ist auch das parallele Kundenwachstum des Marktführers (Marktanteil 57,6 Prozent) von 18,4 Prozent. Alleine im vierten Quartal stieg die Mobilfunk-Penetration im bulgarischen Markt von 70 auf 80 Prozent.
Lediglich die slowenische si.mobil musste einen Kundenrückgang melden. Sie hatte etwa 20.000 Wertkarten-Karteileichen auszusortieren und beendete das Jahr mit knapp 359.600 Kunden (minus 3700). Im Mai möchte die Mobilkom auch noch die restlichen knapp acht Prozent der si.mobil von den verbliebenen Miteigentümern Iskratel und Medaljon übernehmen. 2005 setzte die si.mobil über 100 Millionen Euro um (plus 14,8 Prozent auf 100,8 Millionen). Das EBITDA entwickelte sich noch besser und wuchs um20,1 Prozent auf 24,5 Millionen Euro.
Der Marktanteil der kroatischen VIPnet reduzierte sich um fast zwei Prozentpunkte auf 44,1 Prozent, was das Unternehmen auf den Marktauftritt des Anbieters Tele2 zurückführt, der 3,8 Prozent Marktanteil erreichen konnte. T-Mobile führt weiter (52,1 Prozent). Deutlich positiv entwickelte sich die Kundenzahl von VIPnet (plus 23,3 Prozent auf 1,6 Millionen). Während der Umsatz um 12,4 Prozent auf 422 Millionen Euro anwuchs, erreichte das EBITDA 166,9 Millionen Euro (plus 9,3 Prozent).
Kleinere, aber höchst lukrative Brötchen backt Mobilkom Liechtenstein, die sich 2005 mit 15,1 Prozent Markanteil zum größten liechtensteinischen Anbieter entwickelt hat. 700 zusätzliche Kunden bedeuten einen Zuwachs von 20 Prozent auf 4200. Vom ARPU von 83,1 Euro (plus 3,5 Prozent) können Anbieter in anderen Ländern nur träumen. Die elf Mitarbeiter erwirtschafteten zudem 42,7 Prozent mehr Umsatz (15,7 Millionen Euro) und ein um 44,4 Prozent höheres EBITDA (2,6 Millionen Euro). (Daniel AJ Sokolov) / (ssu)