Bit-Rauschen: Teure Chips bedrohen Geschäftsmodelle
Branchenkenner befürchten, dass kleinere IT-Firmen vom Markt verschwinden, weil RAM- und Flash-Chips zu teuer werden. Der Raspi-Aktienkurs fährt Achterbahn.
Die extremen Preissteigerungen bei Arbeitsspeicher (RAM) und Flash-Chips sind möglicherweise nur Vorboten einer weitreichenden Transformation. Das meinen jedenfalls einige Branchenkenner wie Pua Khein-Seng, Gründer und CEO der taiwanischen Firma Phison, die SSD-Controller entwickelt und auch SSDs fertigt. Er befürchtet, dass die Knappheit der DRAM- und Flash-Speicherchips jahrelang anhält und dadurch viele kleinere Hersteller von Desktop-PCs, Notebooks und deren Komponenten vom Markt verschwinden.
Weil sich die großen Chipfirmen voll auf den KI-Boom konzentrieren, könnten andere Märkte unter die Räder kommen – vor allem Technik für Privatleute. Nur Großfirmen wie Lenovo, HP, Dell und Apple haben das nötige Kapital für langfristige Lieferverträge, die Chiphersteller derzeit einfordern. Speziell der PC-Markt lebte bisher jedoch von der Innovationskraft und Konkurrenz der vielen kleineren Hersteller. Falls immer mehr von diesen verschwinden, trocknet das Angebot aus.
Und nicht nur DRAM und Flash sind knapp und teuer, sondern zunehmend auch andere Bauelemente sowie Rohmaterialien für die Chipherstellung. WD meldete schon Anfang Februar, dass Serverfestplatten für 2026 ausverkauft sind, was wiederum die SSD-Preise steigen lässt. Intel warnte Kunden in China, dass die Lieferzeiten und Preise für Xeon-Serverprozessoren steigen, weil die Fertigungskapazität für Chiplets knapp ist. Auch ein spezielles Glasgewebe für die Produktion von Chipgehäusen ist nur noch mit langen Lieferfristen erhältlich, ebenso wie bestimmte Typen von SMD-Widerständen.
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