Überwachungskamera auf Open-Source-Basis

Die neue Netzwerkkamera der Firma elphel verwendet den freien Videocodec Theora; den Kamera-Designern gelang ihrer Meinung nach ein Gerät, das bei niedrigen Übertragungsbandbreiten eine bisher unerreicht hohe Bildqualität erzielt.

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Von
  • Bernd Butscheit

Andrey Filippov wirbt für seine neue Netzwerkkamera mit gewöhnlichen Angaben wie hohen Frameraten und Auflösungen. Die benötigen allerdings auch hohe Bandbreiten bei der Übertragung und entsprechend große Volumen für die Speicherung der Bilder. Üblicherweise verwendet man daher lizenzpflichtige Implementierungen von Videocodecs wie MPEG-2 zur Komprimierung. Filippovs Firma elphel benutzt bei ihrer neuen Kamera mit der Modellnummer 333 zum ersten Mal den freien Videocodec OGG Theora. Kamera-Designer Filippov gelang seiner Meinung nach so ein Gerät, das bei niedrigen Übertragungsbandbreiten eine bisher unerreicht hohe Bildqualität erzielt.

Die Verwendung eines freien Videocodecs spart nicht nur bei der Herstellung Lizenzgebühren -- auch bei der Weiterverarbeitung der aufgezeichneten Videos können so patentfreie Umgebungen benutzt werden. Für die Implementierung der Software wurde ein FPGA, ein Field Programmable Gate Array, der Firma Xilinx, verwendet. Das eingesetzte Modell Spartan 3 unterstützt Xilinx mit der kostenlosen Entwicklungssoftware Webpack. Ein in die Kamerasoftware integrierter ftp-Server soll dafür sorgen, dass die Dokumentation und der Code der Hardwareimplementierung des Videocodecs auf jeden PC mittels ftp-client direkt aus dem Gerät heruntergeladen werden kann. Denn Filippov möchte die freie Software nicht nur benutzen, sondern mit ihrer Quelloffenheit seine Kunden ermuntern, die Kamera-Designs zu verstehen und gegebenenfalls zu verbessern. (bbu)