Rückschlag für Ex-Rockstar-Mitarbeiter: Richter lehnt Gehaltsfortzahlung ab
Mehrere gefeuerte Ex-Mitarbeiter von Rockstar werfen dem Studio vor, mit ihrer Entlassung Gewerkschaftsbildung verhindern zu wollen. Rockstar hält dagegen.
(Bild: Rockstar Games)
Der Rechtsstreit zwischen mehreren entlassenen Mitarbeitern von Rockstar Games und dem Spielestudio hat im Vereinigten Königreich begonnen. Ein erstes Urteil spielt Rockstar in die Karten: Eine Arbeitsrichterin hat die von den entlassenen Mitarbeitern geforderte vorübergehende Gehaltsfortzahlung abgelehnt. Ihre Begründung: Es sei nicht sehr wahrscheinlich, dass die Ex-Mitarbeiter ein Gericht davon überzeugen könnten, die Entlassungen auf ihren Versuch zurückzuführen, eine Gewerkschaft zu gründen.
Im vergangenen Oktober hatte Rockstar 31 Angestellte aus dem Vereinigten Königreich entlassen. Das Studio hinter dem kommenden „GTA 6“ warf ihnen vor, interne Informationen in einem großen Discord-Chat geteilt zu haben, in dem sich auch Personen befanden, die nicht bei Rockstar angestellt sind. Die entlassenen Mitarbeiter sehen ihre Entlassung in ihren Versuchen begründet, eine Gewerkschaft zu gründen – darum sei es in dem beanstandeten Discord-Chat gegangen.
Beide Seiten zeigen sich zuversichtlich
Im Kern der Auseinandersetzung steht also die Frage: War es berechtigt, die Mitarbeiter zu feuern? Oder betreibt Rockstar hier schlicht Union Busting? Das erste Urteil der britischen Arbeitsrichterin beantwortet diese Frage nicht abschließend. Dennoch zeigt sich Rockstar Games zufrieden, berichtet Bloomberg. „Wir bedauern, dass man uns in eine Lage gebracht hat, in der Entlassungen notwendig wurden“, sagte ein Sprecher gegenüber der Wirtschaftszeitung. Das Urteil der Arbeitsrichterin bestätigte diese Entscheidung aber.
Videos by heise
In den Gerichtsverhandlungen werden die entlassenen Rockstar-Angestellten von der Independent Workers' Union of Great Britain unterstützt. Der Präsident der Gewerkschaft zeigt sich auch nach dem Urteil gegenüber Bloomberg zuversichtlich: „Wir sind aus der Anhörung zuversichtlicher denn je hervorgegangen, dass eine vollständige und inhaltlich umfassende Gerichtsanhörung Rockstars kalkulierten Versuch, eine Gewerkschaft zu zerschlagen, nicht nur als ungerecht, sondern auch als rechtswidrig bewerten wird.“
Laut Bloomberg stellte die Richterin einerseits fest, dass einige der entlassenen Mitarbeiter nur sehr wenig in der Discord-Gruppe gepostet haben. Gleichzeitig erkannte sie an, dass in der Gruppe auch Aktuelles über „GTA 6“ diskutiert wurde, obwohl einige Gruppenmitglieder nicht mehr bei Rockstar Games angestellt waren.
(dahe)