Schmeißen oder werfen: Handys fliegen weit

Am Samstag fand in Bielefeld die vom finnischen Weltmeisterschaftskomittee anerkannte deutsche Meisterschaft im Handy-Schmeißen statt.

vorlesen Druckansicht 195 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Mit 77 Metern hat der Sauerländer Thomas Chedor eine deutsche Meisterschaft im Handy-Schmeißen in Bielefeld gewonnen und wird im Ende August bei der Weltmeisterschaft in Finnland antreten. Der letztjährige Weltrekord lag dort bei 82,55 Metern.

Überschattet wurde der Wettbewerb jedoch vom Streit mit dem Internationalen Verband der Handywerfer (IAMPT), der das Namensrecht an der Bezeichnung "Handyweitwurf" beansprucht. Der Bielefelder Wettbewerb wurde daher im "Handy-Schmeißen nach finnischen Regeln" ausgetragen.

Der IAMPT erkennt diese Meisterschaft nicht an und ruft einen weiteren Wettbewerb aus: Anfang August findet die Europameisterschaft in Kamenz bei Dresden statt, eine deutsche Meisterschaft ist für 2006 geplant. Deren Gewinner nehmen allerdings nicht an der vergleichsweise traditionsreichen finnischen Weltmeisterschaft teil.

Laut Wortschatzdatenbank der Uni Leipzig stehen noch einige Synonyme für weitere Verbandsgründungen zur Verfügung. Der Vergleich mit dem Boxen zeigt, dass die Existenz mehrerer Verbände einer Sportart, ihrer Fernsehpräsenz und den Wettkampf-Börsen der Sportler nicht unbedingt schaden muss.

Das Werfen von ausgedienter Hardware begann in den 80er-Jahren, als auf Hacker- oder Fidonet-Treffen die ersten Festplatten flogen – damals meist 5,25-Zoll-Kästen mit voller oder halber Bauhöhe, aber auch einige 8-Zoll-Boliden. Inzwischen werden auch ganze PCs durch die Gegend geschleudert.

Die IT-Sportgeräte eignen sich allerdings kaum zur mehrfachen Verwendung, sodass die Veranstalter vor einem Entsorgungsproblem stehen. So stellt der IAMPT als Vorteil der eigenen Regeln gegenüber denen in Bielefeld und Finnland gebräuchlichen heraus, aus Umweltschutzgründen nur Handys ohne Akku zu werfen – die Weiten sind daher nicht vergleichbar. Die Bielefelder Veranstalter schmeißen hingegen mit Telefonen, die eine auf die Entsorgung von Handys spezialisierte Firma spendiert hat. (jow)