Betreiber verbannen KI-generierte Musik von der Musikplattform Bandcamp

Die Betreiber der Musikplattform Bandcamp verbieten KI-generierte Musik. Musik solle von Menschen geschaffen werden, begrĂĽnden sie.

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Bandcamp-Logo auf einem Smartphone-Bildschirm und einem Computermonitor

(Bild: T. Schneider / Shutterstock.com)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Umarmen oder verbannen? Die Kreativindustrie ringt gerade um ihren Umgang mit KĂĽnstlicher Intelligenz (KI). Die Musik-Plattform Bandcamp hat fĂĽr sich einen Weg gefunden: Die Verantwortlichen schlieĂźen KI-generierte Musik aus.

Musik, die „vollständig oder zu einem wesentlichen Teil mit KI erzeugt“ worden sei, sei auf Bandcamp nicht erlaubt, schreibt das Team in einem Beitrag auf der Plattform Bandcamp. „Wir wollen, dass Musiker weiter Musik machen und Fans darauf vertrauen können, dass die Musik, die sie auf Bandcamp finden, von Menschen geschaffen wurde.“

Daneben untersagen die Betreiber, KI-Werkzeuge dazu einzusetzen, Musiker oder Musikstile zu imitieren. Nutzer werden aufgefordert, KI-generierte Musik oder Sounds zu melden. Musik, bei der der Verdacht bestehe, sie sei mit KI erstellt worden, könne von der Plattform entfernt werden.

Kreative aus den unterschiedlichsten Bereichen suchen derzeit einen Umgang mit KI. Diese kann die Arbeit erleichtern. Gegner befürchten jedoch eine Verflachung der Inhalte, also etwa dass KI-Generatoren gefällige, aber keine innovative Musik komponieren – auch deshalb, weil die Algorithmen anhand bereits vorhandener Werke trainiert werden.

Das wiederum wirft die Frage nach Urheberrechten auf. In den USA etwa haben Autoren eine Sammelklage gegen das KI-Unternehmen Anthropic eingereicht. In Deutschland hat das KI-Unternehmen OpenAI in erster Instanz gegen die Musik-Verwertungsgesellschaft Gema verloren. SchlieĂźlich kann der Einsatz von KI die KĂĽnstler schlicht ĂĽberflĂĽssig machen und ihnen so die Lebensgrundlage nehmen. Bereits 2023 streikten deshalb ĂĽber 11.000 Drehbuchautoren in den USA.

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Es gibt aber auch Unternehmen aus der Entertainment-Branche, die von sich aus den Einsatz von KI ausschließen. So hat etwa Kevin Rountree, Chef von Games Workshop, dem Hersteller des Tabletop Games Warhammer, seinen Angestellten den Einsatz von KI explizit untersagt. Rountree setzt auf menschliche Kreativität und hat mehr Kreative eingestellt. Das belgische Videospielstudio Larian hat auf die Kritik seiner Fangemeinde reagiert und beschlossen, bei der Konzeptentwicklung für das Spiel „Divinity“ keine KI-generierten Inhalte zu nutzen.

(wpl)