Online-Forscher durchleuchten soziale Netze

Zahlreiche Vorträge der Konferenz German Online Research behandeln soziale Netze und Online-Communities.

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Von
  • Frank Boguschewski

"Was bewegt den Surfer?" scheint eine mehr denn je aktuelle Frage zu sein, denn in 2005 stieg der Umsatz der Online-Marktforschung in Europa um 45 Prozent. Die Teilnehmer der Konferenz German Online Research (GOR), die sich mit Methoden der Online-Forschung befasst, sehen jedenfalls optimistisch in die Zukunft.

Zahlreiche Vorträge behandeln soziale Netze und Online-Communities, denen die Marktforscher eine wachsende Bedeutung zutrauen, weil ihre Besucher ihnen häufig großes Vertauen entgegenbringen. Postings dort können nachhaltig die Lesermeinung beeinflussen. Die Szene spricht auch vom Word-to-mouth-Marketing.

In den Vereinigten Staaten setzen bereits einige Unternehmen verstärkt auf Blogs zur Kundenkommunikation. So bezieht der Bauklötzchenfabrikant Lego wertvolle Anregungen für das Produktdesign aus dem Lego Maniacs' Journal. Hiesige Unternehmen tun sich laut Branchenkennern mit dieser Art der Marktforschung bislang schwer.

In seiner Keynote gewährte Marc Smith, leitender Social-Network-Analyst, Einblicke in die Labore von Microsoft Research. Smith forscht an der Visualisierung und Auswertung von Online-Communities. So dokumentiert das Netscan-Projekt die Aktivitäten von Newsgroups und deren Mitglieder im Usenet und macht sie grafisch darstellbar.

Mit dem Social Network and Relationship Find (SNARF) entwickelt der Softwarekonzern ein Outlook-Plugin, welches Nachrichten anhand von Beziehungen einsortiert. Der Prototyp hilft, den eigenen E-Mail-Bestand zu analysieren und Verhaltensmuster aufzuzeigen. Kommende Outlook-Versionen lassen also auf ein besseres Handling mit umfangreichen Nachrichtenbeständen hoffen. (Frank Boguschewski) / (jo)