Net.Attack(): Nerdiges Hacking-Survivors-Game mit Programmierlogik

Daten abgreifen und unerkannt entkommen: Im spassigen Survivors-Game Net.Attack() hilft visuelles Programmieren dabei, beim Hacken nicht erwischt zu werden.

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Inhaltsverzeichnis

Dieser Abkömmling von Vampire Survivors ist wie gemacht für Nerds: Als Hacker zieht man los, um fremde Daten zu erbeuten. Dabei muss man der immer stärker werdenden, wuseligen Abwehr entgehen und den Schauplatz verlassen, bevor man der Firewall ins Netz geht. Net.Attack() ist im Prinzip eine Kombination aus visuellem Programmierspiel und Survivors-like. Im Spiel braucht man weder Programmierwissen, noch muss man Code schreiben.

Das Top-Down-Roguelite von Byterockers' Games ist im Juni 2025 in den Early Access auf Steam gestartet und auch auf Deutsch verfügbar. Das Spielprinzip entspricht dem des Genre-Begründers "Vampire Survivors": Man bewegt eine Spielfigur, die automatisch in regelmäßigen Zeitabständen mit ihren Waffen feuert, während zahlreiche und immer mehr werdende Gegner sie bedrängen. Derweil gibt es Erfahrungspunkte von erledigten Gegnern und dadurch immer wieder Upgrades für die eigene Abwehr. Zwar haben Spielerinnen und Spieler auch in Net.Attack() die Wahl zwischen zufälligen Upgrades zur Verteidigung, doch anders als im Original können sie die beim Hack verwendete Malware nach Bedarf zusammenbauen und immer wieder verändern. Auf einer Programmierebene setzt man die Nodes per Drag & Drop zusammen und verbindet sie miteinander.

Die Aufmachung des Spiels ist ziemlich nerdig, schon beim Start fährt das Spielsystem stilgetreu mit Konsolenmeldungen hoch. In den Einstellungen lassen sich Optionen mit "true()" an- und mit "false()" abschalten. c’t zockt stellt Net.Attack() in einem kurzen Video vor.

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Code schreiben muss man in Net.Attack() nicht, stattdessen zieht man die verfügbaren Werkzeuge, die hier Nodes heißen, per Drag & Drop an die passende Stelle und verbindet sie sinnvoll. Der so zusammengezimmerte Algorithmus definiert die Verteidigung, die der Spielfigur zur Verfügung steht. Damit geht es dann auf Hacking-Feldzug. Wie der Code zusammengesetzt ist, bestimmt, in welchen Zeitabständen und von welchem Standpunkt aus Angriffe ausgeführt werden. Zum Beispiel kann die Figur erst einen Laser aussenden, um Gegner abzuschießen und dann von der Trefferposition aus einen weiteren. Oder stattdessen direkt zwei vom eigenen Standort aus. Es lohnt sich, den Code immer mal wieder umzubauen, zu optimieren und zu erweitern, je nachdem, was für Gegner auftauchen. Nur so gelangen Treffer beispielsweise auch zu weiter entfernten Angreifern oder richten Flächenschaden an. Und läuft der Code zu langsam, weil viele Nodes nacheinander ausgeführt werden, kann das das Ende einer Runde bedeuten.

Das klingt komplex, ist aber erstaunlich zugänglich: Die Nodes stehen für Elemente eines Programms. Mit OnTick startet eine Sequenz, ein Ping schießt einen Laser, je nach Node auf den nächsten Gegner, den stärksten oder gleich mehrere. Jede Ausführung eines Nodes kostet Zeit, sodass die Sequenz weniger oft laufen kann je länger und langsamer sie ist. Ein Optimize-Node kann die Laufzeit erneut verkürzen. Hat ein Node mehrere Kontaktpunkte, kann er weiter verzweigte Aktionsarme haben. Manche Nodes werden nur bei einem Treffer aktiv (OnHit), andere nur, wenn der Gegner ausgeschaltet wurde (OnKill).

Das muss man aber nicht in aller Tiefe durchdringen, um loszulegen, reicht das kleine Tutorial, das die wichtigsten Schritte zeigt. Beim Start steht nur das Hackerprofil Eddy83 zur Verfügung, später kann man weitere freischalten, die unterschiedliche Startbedingungen und Fähigkeiten mitbringen.