Rasche Kehrtwende: Adobe nimmt angekündigtes Ende von Animate nach Kritik zurück

Am Montag hat Adobe angekündigt, Animate zum März einstellen zu wollen. Nach Kritik folgte die Kehrtwende, das Werkzeug soll aber nicht weiterentwickelt werden.

vorlesen Druckansicht 2 Kommentare lesen
Adobe-Logo an einer Glasfassade

(Bild: chrisdorney / Shutterstock.com)

Lesezeit: 2 Min.
close notice

This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Nach einem Aufschrei von Nutzern und Nutzerinnen hat Adobe das angekündigte Ende des Animationswerkzeugs Animate zumindest in Teilen zurückgenommen. Dabei hat der US-Softwarekonzern erst am Montag angekündigt, dass das Tool schon ab dem kommenden Monat für Neukunden nicht mehr verfügbar sein soll: Je nach Abo sollte man aber noch ein oder drei Jahre lang darauf zugreifen, Inhalte herunterladen und Support erhalten können. Jetzt heißt es stattdessen, dass es keinen Abschaltzeitpunkt mehr gibt. Animate soll aber nicht mehr weiterentwickelt werden, in einem Wartungsmodus würden lediglich Sicherheitslücken geschlossen und Fehler behoben. Der Zugriff auf das Werkzeug soll auch für neue Kundinnen und Kunden nicht gesperrt werden.

Auf Reddit hat ein Adobe-Angestellter jetzt erklärt, dass die per E-Mail angekündigte Einstellung von Animate nicht den eigenen Vorgaben entsprochen habe. Wenn Adobe die Weiterentwicklung einer Software einstelle, würde die eigentlich aus dem eigenen Portfolio entfernt, wie anfangs für Animate angekündigt. Was da als Fehler in der E-Mail-Kommunikation erklärt werden soll, hatte seinen Weg aber auch schon auf die Website von Adobe gefunden – inklusive einer FAQ zu dem angekündigten Ende von Animate. Davon will man bei Adobe nun nichts mehr wissen, auch in sozialen Netzwerken erklärt der Konzern, dass die ursprüngliche Ankündigung falsch gewesen sei. Es hat aber zumindest den Anschein, dass die lautstarken Proteste gegen den Plan eine Kursänderung erzwungen haben.

Videos by heise

Animate hat eine lange Geschichte, die Software ist die Weiterentwicklung von Flash Professional und damit jetzt 30 Jahre alt. Mit dem Programm lassen sich Vektorgrafiken erstellen und animieren, die Ergebnisse können auf unterschiedlichen Plattformen veröffentlicht werden. Die Kritik an der ursprünglich angekündigten Einstellung macht deutlich, dass die Software noch von vielen genutzt wird. Adobe hat Macromedia 2005 übernommen und damit Flash Professional erworben – noch einmal zehn Jahre später wurde das Tool umbenannt. Der Konzern steht seit Monaten an der Börse enorm unter Druck, Grund sind Befürchtungen, dass viele zugunsten von KI-Tools auf die Werkzeuge verzichten. Auch vor dem Hintergrund wurde die Kritik womöglich besonders ernst genommen.

(mho)