Amazon Prime Video: KI soll Produktionskosten fĂĽr Filme und Serien senken
Amazon erprobt mit einem neuen KI-Studio, wie sich Filme und Serien effizienter produzieren lassen. Erste Resultate will das Unternehmen im Mai präsentieren.
(Bild: Shutterstock.com; Diego Thomazini)
Amazon hat im August eine Abteilung gegründet, die spezialisierte KI-Werkzeuge für die Film- und Serienproduktion entwickelt. Wie Reuters berichtet, werden ausgewählte Industriepartner die Software ab März im Rahmen eines geschlossenen Betaprogramms ausprobieren dürfen. Erste Ergebnisse dieser Testphase werden voraussichtlich im Mai veröffentlicht.
Das bei den Amazon MGM Studios angesiedelte „AI Studio“ steht unter der Leitung von Albert Cheng, der zuletzt für Amazons Video- und Filmsparte verantwortlich zeichnete. Cheng zufolge ist das Team überschaubar klein und besteht primär aus Produktentwicklern und Wissenschaftlern.
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Mit seinen in Entwicklung befindlichen Werkzeugen für die Pre- und Postproduktion will Amazon Filmschaffenden eine deutlich präzisere Kontrolle bieten als bisherige KI-Systeme. Amazon nutzt hierfür die Infrastruktur von AWS und möchte mit mehreren Anbietern großer Sprachmodelle zusammenarbeiten, um eine größere Auswahl an Werkzeugen für die Filmgestaltung bereitzustellen.
KI soll menschliche Kreativität beschleunigen, nicht ersetzen
Als Beispiel für künftige Einsatzmöglichkeiten von KI verweist Amazon auf das Bibelepos „House of David“. In der zweiten Staffel kombinierte Regisseur Jon Erwin reale Aufnahmen mit KI-generierten Inhalten. Dieses hybride Verfahren ermöglichte es dem Studio, längere Kampfszenen bei einem gleichzeitig geringeren Budget umzusetzen.
Das Studio testet die KI-Werkzeuge derzeit mit dem Visual-Effects-Spezialisten Robert Stromberg („Avatar“, „Alice im Wunderland“), dem Schauspieler Kunal Nayyar („The Big Bang Theory“) sowie dem ehemaligen Pixar-Animator Colin Brady. Bekannte Regisseure wie Darren Aronofsky und James Cameron experimentieren bereits mit KI oder sind der KI-Nutzung gegenüber aufgeschlossen.
Cheng zufolge sollen die KI-Werkzeuge in erster Linie dazu beitragen, die Effizienz zu steigern und nicht dazu, menschliche Kreativität zu ersetzen. „Die Produktionskosten sind so hoch, dass es wirklich schwer ist, mehr zu produzieren und große Risiken einzugehen“, sagt Cheng zu Reuters. „Wir glauben fundamental daran, dass KI die Innovation und die einzigartigen Aspekte, die Menschen in die Arbeit einbringen, beschleunigen, aber nicht ersetzen kann.“
Der Einsatz von KI schürt in Hollywood und darüber hinaus weiterhin Ängste um Personalabbau. Amazon selbst hat seit Oktober 30.000 Stellen gestrichen, laut eigenen Angaben, um Strukturen zu verschlanken und verstärkt mit Künstlicher Intelligenz zu arbeiten. Von den Kürzungen waren auch Mitarbeitende von Prime Video betroffen.
(tobe)