Nach Deepseek: So geht es mit der chinesischen Open-Source-KI weiter

Die offenen Modelle, die vor allem in China vorangetrieben werden, setzen sich weltweit immer mehr durch, auch in Universitäten und Entwickler-Communities.

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Mit Deepseek ist China ein unerwarteter Erfolg im KI-Wettkampf geglückt.

(Bild: KI Midjourney / t3n)

Lesezeit: 14 Min.
Von
  • Caiwei Chen
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Das vergangene Jahr war ein Wendepunkt für die chinesische KI-Szene. Seit Deepseek im Januar 2025 sein R1-Reasoning-Modell veröffentlicht hat, haben Unternehmen aus China immer wieder neue Large Language Models (LLM) vorgestellt. Sie konnten bei ihrer Leistung mit führenden westlichen Modellen mithalten. Laut den Entwicklern waren dafür nur ein Bruchteil der Kosten nötig. Und es geht weiter: Erst in diesem Monat veröffentlichte die chinesische Firma Moonshot AI ihr neuestes Open-Weight-Modell Kimi K2.5. Es soll in einigen Benchmarks fast an führende proprietäre Systeme wie Claude Opus von Anthropic herankommen. Der Unterschied: K2.5 kostet etwa ein Siebtel von Opus.

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Ein Blick in weitere Zahlen: Auf dem KI-Portal Hugging Face haben die KI-Modelle unter der Bezeichnung Qwen von Alibaba – nachdem sie schon 2025 und 2026 zwischenzeitlich die am häufigsten heruntergeladene Modellfamilie war – die Llama-Modelle von Meta bei der Gesamtzahl an Downloads überholt. Eine aktuelle MIT-Studie hat wiederum ergeben, dass chinesische Open-Source-Modelle bei den Downloads inzwischen insgesamt beliebter sind als die Technik aus den USA. Für Entwickler und Hobby-Programmierer heißt das, dass der weltweite Zugang zu fortschrittlichen KI-Fähigkeiten noch nie so günstig war.

Hinzu kommt: Für die meisten US-Modelle wie ChatGPT oder Claude müssen Nutzer bezahlen und deren Innenleben lässt sich nicht selbst überprüfen. Die chinesischen Modelle jedoch veröffentlichen üblicherweise die sogenannten Weights ihrer Modelle – numerische Werte, die beim Training eines Modells festgelegt werden. Jeder kann die Systeme also herunterladen, ausführen, untersuchen und modifizieren, was bei US-Modellen selbst im Open-Source-Bereich nicht Standard ist. Die Chinesen hoffen, sich so auch einen guten Ruf in der Szene zu erarbeiten, die die Technik obendrein dann auch weiterentwickeln kann.

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