Weston 15: Wayland-Referenz-Compositor bekommt Lua-Shell und Vulkan-Renderer

Der Wayland-Referenz-Compositor Weston ist in Version 15 erschienen. Sie bringt einen Vulkan-Renderer und eine Lua-Shell mit.

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Wayland-Logo auf blauem Moasik-Hintergrund

(Bild: heise medien)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Referenzimplementierung des Wayland-Projekts fĂĽr einen Compositor namens Weston ist in Version 15 erschienen. Besonders stechen die einfach programmierbare Lua-Shell und der neue Vulkan-Renderer hervor.

In einem Blog-Beitrag fasst der Collabora-Entwickler Marius Vlad die Neuerungen von Weston 15 zusammen. Vor etwa einer Woche hat er das Release auf der Wayland-Entwickler-Mailingliste angekündigt, das Changelog zum letzten Release Candidate 5 umfasst nur noch den Versionsnummernsprung. Neu dabei ist die Lua-Shell. Der Name verrät es schon, damit können auch Interessierte die Fensterverwaltung anpassen und Shells in der populären Skriptsprache Lua erstellen, ohne etwa in C programmieren können zu müssen. Um einen Startpunkt zu haben, bringt Weston 15 eine beispielhafte Tiling-Shell mit. Ausprobieren lässt sie sich mit dem Aufruf weston --shell=lua.

„Butterweiche und effiziente Medienwiedergabe“ versprechen die Programmierer zudem. Sie haben das Timing der finalen Bilder perfektioniert, was bislang ein Problem von Vulkan-Clients und Wayland darstellte. Durch die Ergänzung von Vulkan-Erweiterungen kann Weston nun Bilder in einer Pipeline nach dem FIFO-Prinzip nutzen, ohne dass Verzögerungen entstehen, die dadurch eigentlich anfallen. Im HDR-Bereich unterstützt Weston weitere 10-Bit-Pixel-Formate wie NV15, NV20, NV30 und P030. Die Unterstützung der Erweiterungen für Farb-Repräsentierung und -Verwaltung, die für HDR-Video-Playback nötig sei, sei jedoch noch „Work-in-Progress“.

Der Vulkan-Renderer ist neuer Bestandteil von Weston. Noch befinde er sich jedoch in der Experimentierphase, erklärt Vlad. Entwickler können an der Aktivierung von Vulkan-Treibern arbeiten, ohne dass Weston mit einer Übersetzungszwischenschicht wie Zink laufen muss. Der Vulkan-Renderer läuft sowohl nativ mit Direct Rendering Manager (DRM) als auch mit Nested Backends. Das heißt, er kann als Fenster sowohl in Wayland als auch in X11 laufen.

Ziel ist die Unterstützung der Vulkan-1.0-Spezifikation. Mit dem Vulkan-Renderer kommen auch Clients wie „simple-vulkan“ oder „simple-dmabuf-vulkan“. Der Wayland-Client kann dabei eine andere API nutzen als der Weston-Compositor. Ausprobieren lässt sich der Vulkan-Renderer mit dem Aufruf weston --renderer=vulkan.

Weitere Verbesserungen betreffen die Barrierefreiheit. Etwa für bestimmte Arten von Farbblindheit sind unterschiedliche Farbeffekte nötig, die der GL-Renderer anwenden muss. Die sind im derzeitigen Stadium jedoch inkompatibel mit der Farbverwaltung und implizit auch mit der HDR-Funktion. Hier arbeiten die Entwickler an Korrekturen, zudem soll die Unterstützung für den Vulkan-Renderer in einer kommenden Version ergänzt werden.

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Vlad führt außerdem für Interessierte weitere Korrekturen und Verbesserungen auf, die etwa das DRM-Back-End, den GL-Renderer, die Protokolle, Shell und Tools betreffen. Die aktualisierte Software ist als Quellcode auf der Wayland-Download-Seite zu finden. Linux-Distributionen dürften in Kürze aktualisierte Pakete ausliefern, mit denen sich Weston 15 ausprobieren lässt.

In Weston 12 war etwa eine der Verbesserungen, dass mehr Grafikchips unterstĂĽtzt wurden.

(dmk)