Kaltstart eines Rechenzentrums: Die Umsetzung in der Praxis
Zwar basiert die Kaltstartfähigkeit einer IT-Infrastruktur auf der Automatisierung, doch stellt sie weitere spezifische Anforderungen.
- Frank Benke
Standen im Einstieg in die Entwicklung der Kaltstartfähigkeit einer IT-Infrastruktur die System- und Anwendungskonfigurationen im Vordergrund, stehen nun auch Arbeiten an VMs, Containern und Appliances an, ebenso wie das Erstellen von Boot-Images und die Orchestrierung. Dann endlich sollte der Kaltstart-Roll-out der Infrastruktur gelingen. Den Anfang macht aber die Provisionierung von Serverhardware, die immer eine besondere Herausforderung darstellt.
Hier kommen bereits seit Jahrzehnten Board-Management-Controller zum Einsatz, die in NetBox bis zur Einführung der Module Type Profiles mit dem Tag BMC markiert sind und ein Out-of-Band-Management erlauben. Dabei haben einige Hersteller ihre proprietären Entwicklungen platziert, etwa HPE iLO (Integrated Lights-Out), Dell iDrac (Integrated Dell Remote Access Controller) oder Lenovo sein XClarity.
- FĂĽr einen Kaltstart unabdingbar sind vorbereitete Installationsimages, da die Systeme in der Regel neu installiert werden.
- Neben den System- und Anwendungskonfigurationen gehören weitere Daten ins Repository, darunter die von VMs, Containern und Appliances, deren Sicherung mit einigen Kniffen verbunden ist.
- Nicht zu vernachlässigen sind zusätzliche Ressourcen für den Roll-out nach einem Vor- oder Ausfall. Sie lassen sich während des Betriebs für Tests und Ähnliches nutzen.
- Ein Kaltstart stellt alle Beteiligten immer vor besondere Herausforderungen. Ein realistischer Zeitplan fĂĽr den Wiederanlauf gibt hier Sicherheit.
Parallel dazu hat sich hier mit dem IPMI (Integrated Platform Management Interface) ein herstellerunabhängiges Protokoll etabliert, ebenso wie seine Weiterentwicklung Redfish, die JSON als Austauschformat nutzt. Ansible-Plug-ins, proprietäre Erweiterungen wie community.general.ilo_redfish_info oder idrac_redfish_config, Python-Bibliotheken und Tools wie Redfishtool, Tacklebox oder Sushy schließen die Lücke zwischen NetBox und dem BMC. Hier hilft einmal mehr die Standardisierung schon bei der Beschaffung der Server.
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