Medion plant Neuausrichtung nach Ergebniseinbruch [Update]
Der Elektronikhändler und Aldi-Lieferant hatte 2005 einen massiven Gewinneinbruch und einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen.
Der Elektronikhändler und Aldi-Lieferant Medion will nach einem drastischen Gewinnrückgang mit Einsparungen und moderner Unterhaltungselektronik die Talfahrt stoppen. Dabei werde man künftig bewusst auf nicht profitable Geschäfte verzichten, die bislang rund 20 Prozent des Umsatzes ausgemacht hätten, kündigte Medion-Chef Gerd Brachmann am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Essen an. Dadurch werde der Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr im laufenden Jahr auf rund 2 Milliarden Euro sinken.
Medion will sich künftig verstärkt auf das Geschäft mit großen Handelsketten wie Aldi, Tchibo, Carrefour, Metro und dem britischen Elektronik-Händler Dixons konzentrieren. Bislang seien rund zwei Drittel des Geschäfts mit diesen fünf Händlern abgewickelt worden. Auf nicht rentable Kleinstlieferungen werde Medion verzichten, sagte Brachmann.
Trotz eines auch für das laufende Jahr erwarteten Preisverfalls im Bereich PC und Multimedia will der Elektronikdienstleister mit neuen Produkten für das digitale Zuhause wachsen. Kräftige Steigerungen hatte das Unternehmen in Deutschland im vergangenen Jahr vor allem im Geschäft mit LCD TV (plus 147 Prozent), Plasma TV (plus 96,6 Prozent) sowie MP3-Playern (plus 116 Prozent) erzielt. Einbrüche gab es dagegen bei Röhrenfernsehern, Videorecordern und DVD-Playern.
Nach einem Rückgang des Ergebnisses vor Steuern und Zinsen (EBIT) um 75,1 Prozent auf 22 Millionen Euro im Jahr zuvor rechnet Medion für 2006 mit einem EBIT "mindestens auf dem Vorjahresniveau". Erst "mittelfristig" werde wieder mit einer Verbesserung der Ertragskraft gerechnet. Das Geschäft in den ersten Monaten dieses Jahres sei vor dem Hintergrund des erwarteten Umsatzrückgangs "planmäßig" angelaufen, sagte Brachmann.
Unter den derzeit rund 1500 Mitarbeitern seien im Rahmen des Kostensenkungsprogramms Einsparungen in Höhe von rund drei Millionen Euro geplant, berichtete Medion-Vorstand Christian Eigen. Ein Abbau werde dabei durch natürliche Fluktuation und auslaufende Zeitverträge erzielt. Zum genauen Umfang des geplanten Stellenabbaus wollte das Unternehmen keine Stellung nehmen. (dpa) / (jk)