Telefónica Móviles auf Einkaufstour
Der spanische Mobilfunk-Konzern Telefónica Móviles übernimmt von Bellsouth Mobilfunknetze in zehn lateinamerikanischen Ländern.
Der spanische Mobilfunk-Konzern Telefónica Móviles übernimmt von Bellsouth Mobilfunknetze in den zehn lateinamerikanischen Ländern Argentinien, Chile, Ecuador, Guatemala, Kolumbien, Nicaragua, Panama, Peru, Uruguay und Venezuela. Der Verkaufswert der Netze wurde mit 5,85 Milliarden Dollar (etwa 4,57 Milliarden Euro) festgelegt. Bellsouth wird aber weniger Geld erhalten, da der Konzern nicht 100 Prozent der Anteile aller Tochtergesellschaften hält. Etwa drei Viertel der Kaufsumme werden bar bezahlt, der Rest stellt sich als Übernahme von Verbindlichkeiten durch den Käufer dar.
Telefónica Móviles wird damit zum größten Mobilfunk-Konzern in Lateinamerika und dort 47,5 Millionen Kunden betreuen. Weltweit (68 Millionen Kunden) schafft die Telefónica-Tochter den Sprung auf Platz vier hinter China Mobile (160 Millionen), Vodafone (140 Millionen) und China Unicom (100 Millionen). Der spanische Konzern ist noch in Brasilien, El Salvador und Mexiko sowie mit einer Minderheitsbeteiligung in Marokko vertreten -- und in seinem Heimatmarkt Spanien.
Die Übernahmen bedürfen in Argentinien und Chile noch behördlicher Genehmigungen, die anderen acht Übertragungen sind bereits im Laufe des Oktober über die Bühne gegangen. Der ehemalige E-Plus-Teilhaber Bellsouth hat damit den größten Teil seiner Auslandsunternehmungen verkauft, um die diese Woche abgeschlossene Übernahme von AT&T Wireless durch Cingular Wireless mitzufinanzieren. Bellsouth hält 40 Prozent an Cingular Wireless, SBC Communications 60 Prozent. Im vergangenen Dezember hatte Bellsouth bereits seinen 46,5-Prozent-Anteil am dänischen Mobilfunker Sonofon an Telenor veräußert, der nunmehr Kompletteigentümer ist. SBC hat unter anderem seine Anteile an Amdocs, der dänischen TDC und der südafrikanischen Telkom reduziert, sich von US-Telefonbuch-Töchtern und lokalen US-Mobilfunknetzen getrennt sowie seine Anteile an der ungarischen Matav (an die Deutsche Telekom) und der belgischen Belgacom durch deren Börsegang verkauft. Am Mittwoch hat SBC zudem eine Anleihe über fünf Milliarden Dollar begeben, nachdem in den Wochen davor bereits Kredite über etwa 30 Milliarden Dollar aufgenommen worden waren. (Daniel AJ Sokolov) (adb)