Bundeswettbewerb KI startet: Anmeldung bis Ende Juni 2026

Künstliche Intelligenz löst reale Probleme – das beweisen die Schülerprojekte jedes Jahr aufs Neue. Für 2026 dürfen KI-Tüftler ab sofort ihre Ideen einreichen.

vorlesen Druckansicht
Guy,Student,Using,Laptop,,Artificial,Intelligence,For,Education.

(Bild: VH-studio/ Shutterstock.com)

Lesezeit: 3 Min.

Wenn das Tübingen AI Center zum Bundeswettbewerb KI aufruft, bleibt kein künstliches Neuron auf dem anderen. Wie etwa im Projekt DEversAI der letztjährigen Siegerin Leo Blume, die ein großes Sprachmodell kurzerhand trainierte, Texte von ihrem Ende her quasi rückwärts zu erzeugen und die Besucher ihres Stands mit aufwendigen interaktiven Visualisierungen und einer mitreißenden Präsentation begeisterte.

Nun läutet das Tübingen AI Center mit dem BWKI 2026 die nächste Runde ein. Teilnehmen dürfen Schülerinnen und Schüler von weiterführenden Schulen sowie all jene, die im vergangenen Schuljahr ihren Abschluss gemacht haben. Teams mit bis zu vier Personen sind willkommen.

Bundeswettbewerb KI (BWKI)
Bundeswettbewerb KI (BWKI)

Seit dem Jahr 2019 gibt es den Bundeswettbewerb KI (BWKI). Die Initiatoren sind Forschende des Tübingen AI Centers. Das Tübingen AI Center ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Kompetenzzentrum der Universität Tübingen und des Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme. Der Hauptförderer der Initiative ist die Carl-Zeiss-Stiftung. Der BWKI bietet neben seinem Wettbewerb auch einen kostenlosen KI-Kurs für alle Interessierten an. Schulen, die diesen Kurs besonders viel nutzen, habe die Chance „KI-Schule des Jahres“ zu werden.

Ein bestimmtes Motto oder Thema gibt es nicht. Erlaubt ist, was die Teilnehmer selbst interessiert und der Gesellschaft in irgendeiner Form dient – sei es im Bereich Politik, Gesundheit, Lernen, Sport, Umwelt, Naturwissenschaften, Haushalt et cetera. Zur Inspiration kann man durch die Projekte der vergangenen Jahre stöbern. Die Bandbreite reicht von Grundlagenforschung, wie Blume sie betrieb, bis hin zum cleveren Einsatz klassischer Mustererkennung.

Diese Basistechnik trieb der Hobbyimker Sebastian Steppuhn zur Perfektion, der einen Detektor für Varroamilben nebst Schleuse für seinen Bienenstock baute, um befallene Tiere gezielt behandeln zu können. Beeindruckend war dabei, wie er die vielfältigen praktischen Probleme sowohl mit informationstechnischem als auch handwerklichem Geschick löste – und wie sorgfältig er seinen Prototyp konstruierte und teils mit selbst angefertigten Teilen aus dem 3D-Drucker baute.

Videos by heise

Große Idee, aber noch wenig Plan vom Machine Learning? Dann vermittelt der KI-Kurs des Veranstalters das nötige Handwerkszeug, um bei einem der nächsten Wettbewerbe an den Start zu gehen. Der Kurs richtet sich auch an Lehrer, die KI-Wissen im Unterricht vermitteln möchten. Unter anderem führen Tutorials Schritt für Schritt durch die Programmierung und das Training eines neuronalen Netzes. Schulen können einen Sachpreis und den Titel „KI-Schule des Jahres“ gewinnen, wenn sie besonders aktiv mitmachen.

Teilnehmer können ihre Projektideen bis zum 28. Juni 2026 einreichen. Bis zum 20.9. bleibt dann noch Zeit, um die Arbeiten nebst Präsentation so weit fertigzustellen, dass die KI-Experten am AI Center den Code und die Funktionsfähigkeit beurteilen und zehn Kandidaten fürs Finale auswählen können.

Die Preisverleihung findet am 13. November 2026 in Tübingen statt, wo die Finalisten auch ihre Entwicklungen präsentieren dürfen. Es gibt einen Hauptpreis für das rundum überzeugendste Projekt, einen Sonderpreis für besonders hohen Nutzwert sowie einen, der besonders ambitionierte oder innovative Ideen belohnt. Darüber hinaus gibt es einen Publikumspreis, über den die Öffentlichkeit abstimmen darf.

(atr)