Meta Ray-Ban Display: EU-Regeln erschweren MarkteinfĂĽhrung

Meta Ray-Ban Display erscheint vorerst nicht in Europa. Neben Lieferengpässen verhindern auch EU-Regeln zu Batterien und KI die Markteinführung.

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Eine Frau trägt Meta Ray-Ban Display vor leerem Hintergrund.

Metas erste smarte Brille mit Display ist bislang nur in den USA erhältlich.

(Bild: Meta)

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Die internationale MarkteinfĂĽhrung der Meta Ray-Ban Display wird offenbar auch durch EU-Vorgaben zu Batterien und der Nutzung KĂĽnstlicher Intelligenz (KI) erschwert, berichtet Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Ab dem 18. Februar 2027 müssen Akkus in vielen Geräten in der EU vom Nutzer entnehmbar und austauschbar sein. Dazu zählen auch kleine lithiumbasierte Batterien, etwa in Wearables. Die Batterieverordnung soll unter anderem Reparaturen erleichtern und die Wiederverwertung von Batterien verbessern.

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Gleichzeitig stellt sie Hersteller vor Herausforderungen, die Technik auf engstem Raum unterbringen müssen, wie es bei smarten Brillen der Fall ist. Eine austauschbare Batterie kann dabei zu Kompromissen bei Gewicht, Ergonomie, Energieeffizienz und Wärmeentwicklung führen. Kriterien, die in dieser Gerätekategorie besonders entscheidend sind.

Meta befindet sich laut Bloomberg in Gesprächen mit der EU und strebt eine Ausnahmeregelung für Smart Glasses an, die sowohl eigene als auch Geräte anderer Hersteller betreffen soll. Meta argumentiere dabei, dass die Batterieverordnung Wearables wie Brillen, Uhren, Earbuds und Pins beeinträchtigen werden. Bloomberg verweist auf eine Äußerung des US-Botschafters für die EU Andrew Puzder, der diese Woche gesagt haben soll, dass die Brille nicht in der EU verfügbar sein wird.

Neben den neuen EU-Regeln zu Batterien bereiten Meta offenbar auch die KI-Vorgaben der Union Probleme. Dem Bericht zufolge werden EU-Vorschriften einige der KI-Funktionen der Brille einschränken. Für Meta-Führungskräfte sei es wenig attraktiv, die Brille in der EU ohne vollen Funktionsumfang auf den Markt zu bringen, heißt es. Meta vermarktet seine Smart Glasses als „KI-Brillen“.

Metas erste smarte Brille mit Display kam im September 2025 in den USA auf den Markt und sollte ursprünglich Anfang 2026 in Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada erscheinen. Im Januar verwarf Meta diese Pläne mit Verweis auf stark begrenzte Stückzahlen bei gleichzeitig hoher Nachfrage und erklärte, zunächst die Nachfrage in den USA bedienen zu wollen. Die Lieferengpässe dürften auf das neuartige Wellenleiter-Display zurückzuführen sein, das äußerst komplex in der Herstellung ist. Laut Bloombergs Quelle kämpft Meta weiterhin mit entsprechenden Engpässen.

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Meta und Brillenpartner EssilorLuxottica sind Marktführer und haben seit Oktober 2023 rund zehn Millionen Smart Glasses verkauft. Ob auch andere bestehende Produkte des Portfolios, die allesamt in der EU erhältlich sind, von den Vorgaben zu Batterien und KI betroffen sein werden, geht aus dem Bericht nicht hervor. Mit den gleichen Schwierigkeiten dürften auch Google und Apple zu kämpfen haben, die ebenfalls Smart Glasses in Entwicklung haben.

(tobe)