Openclaw-Boom in China: Zwischen Innovation und Risiko
Gerade in China ist Openclaw beliebt. Early Adopter helfen bei der Installation, wobei die neuen Geschäftsmodelle manchmal nicht unproblematisch sind.
Openclaw verbreitete sich in China rasant.
(Bild: Shutterstock/Koshiro K)
- Caiwei Chen
Feng Qingyang hatte schon immer gehofft, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Aber er hätte wohl nie gedacht, dass das so schnell klappt – und dann auch noch auf diese Art. Feng, ein 27-jähriger Softwareentwickler aus Peking, begann im Januar, sich mit Openclaw zu beschäftigen. Das agentische KI-Werkzeug war vor zwei Monaten noch recht neu und Feng war sofort begeistert von der Software. Schon bald half er anderen neugierigen Menschen aus seinem Umfeld mit weniger technischem Know-how bei der Installation des Systems.
Feng erkannte schnell, dass dies ein lukratives Geschäft werden könnte. Ende Januar hatte er eine Seite auf Xianyu, einer Secondhand-Shopping-Website, eingerichtet, auf der er für „Openclaw-Installationsunterstützung“ warb. „Keine Programmierkenntnisse oder komplexe Fachbegriffe erforderlich. Es läuft vollständig remote“, schrieb er. „Jeder kann schnell an einen KI-Assistenten kommen, verfügbar innerhalb von 30 Minuten.“ Zu diesem Zeitpunkt begann die breitere chinesische Öffentlichkeit, auf Openclaw aufmerksam zu werden – und das Tool, das als Nischeninteresse in der Tech-Szene begonnen hatte, entwickelte sich zu einer Art gesellschaftlicher Sensation.
Feng wurde schnell mit Anfragen überschüttet und begann, bis spät in die Nacht mit Kunden zu chatten und Aufträge zu bearbeiten. Ende Februar kündigte er seinen bisherigen Job. Die einstige Nebenarbeit hat sich inzwischen zu einem vollwertigen professionellen Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern entwickelt. Bislang hat Fengs Firma 7.000 Aufträge bearbeitet, jede im Wert von etwa 248 RMB oder rund 31 Euro. „Solche Chancen sind stets flüchtig“, sagt Feng. „Als Entwickler spüren wir als Erste, wenn sich der Wind dreht.“
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