Minimalistischer Linux-Desktop: Der Tiling-Wayland-Compositor Niri im Test

Niri bietet einen flinken Linux-Desktop mit horizontal gekachelten Fenstern zum Durchscrollen. Für Komfort und tolle Optik sorgt eine zusätzliche Desktop-Shell.

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Die Fenster optimal und dicht an dicht auf dem Desktop verteilt, keine unnötigen Tools und geringe Anforderungen an die Hardware: Der Wayland-Compositor Niri ist eine schlanke Alternative zu schwergewichtigen Desktopumgebungen wie KDE Plasma und Gnome. Niri ergänzt das Tiling-Konzept der automatisch in einem Raster angeordneten Fenster um ein spannendes Element: Die Fenster landen nebeneinander in einer endlosen horizontalen Reihe, durch die man blitzschnell mit der Tastatur oder per Mausrad scrollt. Als dynamische Workspaces gibt es von diesen Reihen beliebig viele untereinander. Und ganz undogmatisch lässt sich jedes Fenster auch in einen schwebenden Modus schalten, in dem es sich frei positionieren und in seiner Größe anpassen lässt. Auf großen Monitoren hilft Niri dabei, schnell mehrere Fenster nebeneinander und übereinander anzuordnen und so den Platz gut auszunutzen. Sogar auf deutlich kleineren Notebook-Displays blättert es sich bequem durch viele geöffnete Anwendungen, auch wenn sie nicht gleichzeitig auf den Bildschirm passen.

Die auf Wayland aufsetzende, moderne Oberfläche ist dabei maximal flexibel: So sind Tastenkürzel, Fenstergrößen und -positionen frei konfigurierbar, bei Bedarf auch für jede Anwendung einzeln. Wer mehr Komfort will, installiert zusätzlich eine Desktop-Shell. Die ergänzt Niri dann beispielsweise um schöne Leisten, Panels und Widgets aus einem Guss, unter anderem für Uhr, Kalender, Wetterbericht oder Systeminfos. Nicht zuletzt rüstet die Shell einen grafischen Einstellungsdialog nach, in dem Sie per Mausklick Themes, Farben, Schriften, Abstände, Monitoreinstellungen und vieles mehr anpassen können.

Wer von Gnome, Plasma oder Windows schwebende Fenster gewohnt ist, die man mit der Maus hin und her schiebt, muss bei Niri umdenken. Hat man aber das ein oder andere Tastenkürzel gelernt, findet man schnell Freude am blitzschnellen Wechsel zwischen Fenstern und Workspaces oder daran, in Sekundenbruchteilen ein Fenster passend zu vergrößern, zu verkleinern, zu verschieben – ganz so, wie man es gerade braucht. Wir zeigen zunächst, wie Sie Niri unter Linux einrichten und mit Panel sowie Anwendungs-Launcher zu einem minimalen Linux-Desktop kombinieren. Außerdem zeigen wir, wie Sie den Wayland-Compositor mit der Dank Material Shell (DMS) zu einem vollwertigen und gut aussehenden Desktop ausbauen.

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