Erstmals Investor aus Japan in Sachsens Halbleiterindustrie

Mitsubishi Kakoki Kaisha wird sich als Aktionär der mittelständischen Dresdner Dünnschicht Anlagen Systeme GmbH beteiligen, die Systeme zur Entsorgung von Schadgasen bei der Halbleiterfabrikation herstellt.

vorlesen Druckansicht 63 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • dpa

Erstmals investiert eine japanische Firma in die Halbleiterindustrie Sachsens. Die 1935 gegründete Mitsubishi Kakoki Kaisha Ltd. (MKK) aus Kawasaki-Stadt wird sich als Aktionär der mittelständischen Dresdner Dünnschicht Anlagen Systeme GmbH (DAS) finanziell und inhaltlich engagieren. Zweck der Allianz sei, die Marktanteile für DAS-Produkte in asiatischen Märkten zu vergrößern, sagte MKK-Präsident Saturo Hatano bei der Vertragsunterzeichnung am Montag in Dresden. In den kommenden fünf Jahren wollen die Partner nach eigenen Angaben eine weltweit führende Position in der Umwelttechnologie im Hightech-Bereich erringen.

Die MKK beteiligt sich künftig zu einem Drittel an der Dresdner Firma. Das japanische Unternehmen baut und vertreibt seit dem Jahr 2000 das in Dresden entwickelte System "Escape" zur Entsorgung von Schadgasen bei der Halbleiterfabrikation für die Mikrochip-Industrie. MKK errichtet derzeit in Kawasaki-Stadt eine neue Fertigungsstätte für "Escape". Mit der neuen Halle soll das Produktionsvolumen von derzeit 60 auf 200 Anlagen jährlich steigen.

Die Firma nimmt mit einem Jahresumsatz von rund 74 Millionen Euro in Japan die Spitzenposition im Chemieanlagenbau ein. Das Unternehmen mit 500 Mitarbeitern gehört zur Mitsubishi-Gruppe und errichtet unter anderem Anlagen zur Gas- und Wasserstoffproduktion. Die DAS GmbH entstand 1991 als Zusammenschluss ehemaliger Mitarbeiter des Chip-Herstellers ZMD und der Firma Elektromat. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 80 Mitarbeiter, davon 57 in Dresden. Der Jahresumsatz beträgt vierzehn Millionen Euro. (dpa) / (jk)