Nokia sieht im mobilen Online-Gaming ein "soziales Bedürfnis"

Um dieses kommerziell erfolgreich bedienen zu können, präsentieren die Finnen auf der Game Developers Conference Werkzeuge für Entwickler sowie Anwender und umreißen ihre Vorstellungen, wie man den Milliardenmarkt erobern kann.

vorlesen Druckansicht 19 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Sven-Olaf Suhl

Der finnische Handy-Weltmarktführer Nokia lotet anlässlich der Game Developers Conference 2006 (GDC) im kalifornischen San Jose das wirtschaftliche Potenzial von mobilem Online-Gaming aus und stellt neue Entwicklerwerkzeuge und eine Portallösung für Netzbetreiber vor. Ihre These, dass (mobiles) Online-Gaming dem menschlichen Bedürfnis entspringt, beim Spielen individuelle Nutzeridentitäten annehmen zu können, untermauern die Finnen mit Zahlen der Marktforscher von Informa. Diese beziffern das Marktvolumen für mobile Online-Spiele im Jahr 2005 auf 2,43 Milliarden US-Dollar und gehen von einem Wachstum auf rund 10 Milliarden US-Dollar zum Ende des Jahrzehnts aus. Das Nokia-Forum habe inzwischen zwei Millionen registrierte Mitglieder, ergänzt Nokia.

Mit der "SNAP Mobile" getauften Middleware wollen die Finnen Entwicklern und Anbietern von Spielen für Java-fähige oder mit der Symbian-Bedienoberfläche S60 ausgestattete Handys die Infrastruktur zur Verfügung stellen, mit denen diese die Spiele vermarkten können. Das "SNAP Mobile Premium Package" enthält zusätzlich eine Website, die nach den Vorgaben des Anbieters gestaltet werden kann, um sie gegenüber dem Endkunden unter eigenem Namen zu vermarkten. Die Besucher der Website sollen auf die SNAP-Funktionen wie die Ausgestaltung der eigenen Spieleridentität, Ranglisten und einer Präsenzanzeige befreundeter Mitspieler sowie Chat und Messaging sowohl vom Handy als auch übers Internet zugreifen können.

Ferner stellten die Finnen auf der GDC mit der "Nokia PRO Games Zone" ein Entwicklerforum vor, dass alle Mobile-Gaming-Angebote zusammenfasst, darunter SNAP Mobile und Applikationen für die Spielekonsole N-Gage. Die Nutzer können von kommenden Mobilgeräten und Mobilspielen aufwendigere Grafikfunktionen erwarten. Dafür spricht, dass die Finnen erst im Februar vier Millionen Euro in die Firma Bitboys, einen Chipspezialisten für 3D- und Vektorrrafiken auf Handy-Displays, investierten. (ssu)