China startet eigenen Kartendienst im Internet

Mit dem Kartendienst "World Map" will China eine Alternative zu Google Maps bieten. Doch große Teile der Welt erscheinen darin wie kaum besiedelte Grünflächen.

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Von
  • Dorothee Wiegand

China hat unter dem Namen "Map World " einen eigenen Internet-Kartendienst gestartet. Der kostenlose Service des staatlichen chinesischen Vermessungsamts, für dessen Nutzung anders als bei Google Earth kein Client benötigt wird, biete "umfassende geologische Daten" und erlaube es dem Nutzer, "rund um den Globus zu fliegen", heißt es auf der Webseite des China Internet Information Center.

Damit stellt sich der Dienst als Alternative zu virtuellen Globen wie Google Earth dar. Tatsächlich ist das aber nur für das Gebiet von China zutreffend, denn die meisten Regionen der Welt erscheinen in Map World als kaum besiedelte Grünfläche. "Der Satellitendienst bietet Bilder mit einer Auflösung von 500 Metern. Er kann bis auf 2,5 Meter für chinesische Karten und bis auf 0,6 Meter für Karten von mehr als 300 chinesischen Städten vergrößert werden" lautet die offizielle Beschreibung des neuen Dienstes. Für einen Flug rund um den Globus reicht das Material damit nicht, Deutschland etwa wirkt wie eine durchgehende Waldlandschaft ohne nennenswerte Zivilisation. Wer versucht, weiter in die grüne Landschaft zu zoomen, bekommt ab einem bestimmten Punkt gar keine Bilder mehr angezeigt, sondern sieht nur noch eine weiße Fläche.

Der neue chinesische Kartendienst scheint ein weiteres Anzeichen für die Differenzen zwischen Google und der chinesischen Regierung zu sein. Der Internetdienstleister hatte Anfang 2010 angekündigt, zwei Dienste seines Angebots in China einzustellen. Nach Hackerangriffen auf Google und andere US-Unternehmen begann Google im März damit, Anfragen an google.cn automatisch an die Website in Hongkong weiterzuleiten. Daraufhin hatten chinesische Behörden angedeutet, dass man Google die für eine Tätigkeit in China nötige Lizenz nicht verlängern werde. Die Lizenz wurde schließlich zwar verlängert, doch das Verhältnis zwischen Google und den chinesischen Behörden ist nach wie vor angespannt. (dwi)