Indien will Cyber-Sicherheit und Datenschutz verbessern
Der indische Premierminister will bisher bestehende Gesetze ĂĽberarbeiten lassen, damit jede Form des Datenmissbrauchs bestraft werden kann.
Der indische Premierminister Manmohan Singh hat das Ministerium für Informationstechnologie und die National Association of Software Companies (NASSCOM) aufgefordert, Vorschläge zur Änderung bisheriger Gesetze zu erarbeiten, um den Datenschutz zu verbessern. Es solle sichergestellt werden, dass "jede Verletzung der Schweigepflicht, jede illegale Weitergabe von geschäftlichen oder anderen wichtigen Informationen und jede Form des Cyber-Verbrechens als strafbare Delikte gewertet werden können", heißt es in einer Mitteilung des Premierministers. Dieser hatte sich zuvor mit Vertretern der IT-Branche und einiger Ministerien getroffen.
NASSCOM-Chef Kiran Karnik begrĂĽĂźt Singhs Initiative. Es sei notwendig, dass der Information Technology Act of 2000 ĂĽberprĂĽft werde, um einen besseren rechtlichen Rahmen fĂĽr die Cybersicherheit zu erarbeiten. Das Treffen fand vor dem Hintergrund von Berichterstattungen ĂĽber einen umfangreichen Datenmissbrauch statt, teilt der Premierminister weiter mit.
Vergangene Woche hatte das britische Blatt The Sun berichtet, ein verdeckter Reporter habe einem indischen Callcenter-Mitarbeiter etwa 1000 Datensätze über Bankkonten abgekauft. Der Beschuldigte bestreitet laut Medienberichten aber jede Schuld. Der Premierminister betonte, die indischen IT-Facharbeiter hätten sich durch ihre harte Arbeit weltweit einen guten Ruf geschaffen, der nicht durch das Fehlverhalten von wenigen ramponiert werden dürfe. (anw)