Twintec: LPG-Nachrüstung einschließlich Überarbeitung der Zylinderköpfe
- Gernot Goppelt
Trotz geringer Kosten im laufenden Betrieb sind Autos, die mit Autogas (LPG/ Liquified Petroleum Gas) betrieben werden, nach wie vor recht selten, doch der derzeitige Bestand von etwa 400.000 Fahrzeugen dürfte ansteigen. Eine Alternative zu den ab Werk angebotenen Modellen ist die Nachrüstung, die aber mit Vorsicht zu genießen ist. Der Grund: Beim Betrieb mit LPG sind die Auslassventile höher belastet und darauf müssen die Ventilsitzringe ausgelegt sein. Die Firma Twintec bietet nun deswegen "als erstes Unternehmen" eine Nachrüstung an, bei der die Zylinderköpfe gleich mit überarbeitet werden. Unter anderem werden dabei die Ventilsitzringe gegen gehärtete Ringe ausgetauscht, um so den Motor "gasfest" zu machen.
Twintec, bisher vielen eher durch seine Abgassysteme bekannt, sieht langfristig gute Chancen für die Vermarktung des Angebots, weil mit weiter steigenden Benzinpreisen zu rechnen sei. Durch die geringere Besteuerung gegenüber Benzin und Diesel, festgelegt bis Ende 2018, koste ein Liter Autogas (LPG/ Liquefied Petroleum Gas) derzeit nur rund 63 Cent. Auch nach 2018 steige der Steuersatz nur so maßvoll an, dass der Liter sich nach heutigem Stand lediglich um 15 Cent verteuern würde. Abhängig vom Verbrauch und vom Fahrzeug könne sich die Umrüstung eines Twinfuel-Systems schon nach etwa 35.000 km amortisieren – hinzu komme ein verringerter CO2-Ausstoß um bis zu 20 Prozent.
Der Aufbau des Twinfuel-Systems
(Bild: Twintec)
Twintec entwickelte die Technik in Zusammenarbeit mit dem Aachener Entwicklungsdienstleister FEV Motorentechnik. Das System arbeitet mit einem Flüssigphasen-Einspritzsystem. Dies ermöglicht im Unterschied zu den weit verbreiteten Systemen mit Verdampfer laut Twintec eine effizientere Steuerung der Autogas-Anlage. Zudem ergebe sich im Autogas-Betrieb kein Leistungsverlust. Das System ist spezifisch auf den jeweiligen Fahrzeug-Typ abgestimmt. Durch den hohen Vorfertigungsgrad aller Komponenten sei der Einbau für Werkstätten deutlich weniger zeitintensiv und fehleranfällig. Zudem entfalle die bislang nach dem Einbau einer LPG-Anlage erforderliche Einzelabnahme durch technische Überwachungsinstitute. (ggo)