Night Vision soll Nacht zum Tag machen

Der Automobilzulieferer Siemens VDO will seine Fahrerassistenzsystem-Lösungen künftig um eine Nachtsichtfunktion erweitern. Betrachten lassen sich die Bilder der Infrarot-Systeme auf einem Monitor oder per Head-up-Display.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der Automobilzulieferer Siemens VDO will seine Fahrerassistenzsystem-Lösungen künftig um Nachtsichtfunktionen erweitern. So genannte "Night Vision"-Infrarot-Systeme sollen dazu die vordere Fahrzeugumgebung bis zu einer Entfernung von 150 Meter erfassen und ein elektronisch aufbereitetes Videobild generieren, das in ein Head-up-Display gespiegelt oder auf einem TFT-Monitor im Armaturenbrett angezeigt wird. Auf dem Schwarzweiß-Bild soll der Fahrer die nächtliche Straße so gut wie mit einem BiXenon-Fernlicht sehen können, selbst wenn lediglich das auf eine Leuchtweite von etwa 60 Metern ausgelegte Abblendlicht eingeschaltet ist.

Night Vision soll in zwei Varianten mit unterschiedlichen Frequenzbereichen angeboten werden. Für das so genannte Nah-Infrarot-System (Wellenlänge von 0,7 bis 1,4 Mikrometer) integriert der Hersteller zwei Infrarotstrahler in die Scheinwerfer. Das Licht mit einer Wellenlänge von zirka 0,9 Mikrometer nimmt eine in der Nähe des Rückspiegels angeordnete Kamera auf. Zusätzlich hat Siemens VDO eine Lösung im langwelligen Spektralbereich mit "Fern-Infrarot" (Wellenlänge 8 bis 15 Mikrometer bzw. bis zu 1 Millimeter) entwickelt. Hier arbeitet hinter dem Kühlergrill eine hoch auflösende Infrarot-Kamera, die bei Siemens VDO in einem Wellenbereich von 6 bis 12 Mikrometern die infrarote Wärmestrahlung der Umgebung aufnimmt. Kalte Gegenstände wie Autos oder Häuser werden dunkel dargestellt, lebendige Objekte wie Passanten oder Tiere erscheinen heller.

Damit Autofahrer in Zukunft besser auf Fußgänger im Fahrbahnbereich reagieren können, hat Siemens VDO in einem Prototyp auch eine Fußgängermarkierung im Videobild verwirklicht. Dabei werden die Bilddaten hinsichtlich Temperaturunterschieden und typischen Formen untersucht. Befindet sich ein Fußgänger im Sichtfeld, wird auf dem Monitor ein Warnsymbol angezeigt. Bis zur Serientauglichkeit werden nach Herstellerangaben allerdings noch einige Jahre vergehen. Die Vorentwicklung für ein ausschließlich videogestütztes System sei hingegen bereits abgeschlossen, eine Serienfertigung für das Jahr 2008 vorstellbar. (pmz)