Tipp24 peilt neue Märkte und Produkte an
Für den deutschen Online-Lotteriemarkt werde bis zum Jahr 2008 ein jährliches Wachstum von 30 bis 40 Prozent auf rund eine Milliarde Euro erwartet, meinte der Online-Lottoanbieter.
Der Internet-Lottoanbieter Tipp24 will nach kräftigen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn sein Geschäft auf mindestens ein weiteres europäisches Land ausweiten und neue Produkte einführen. Der Gewinn wurde im vergangenen Jahr mit 3,3 Millionen mehr als verdoppelt, die Erlöse wuchsen um ein Drittel (33,9 Prozent) auf 26,1 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Montag in Hamburg mit. Die Zahl der Kunden stieg um 28,2 Prozent auf 1,3 Millionen. Die 1999 gegründete Tipp24 AG war im Oktober an die Börse gegangen.
Für einen Markteintritt in Frage kämen etwa Großbritannien oder osteuropäische Länder, sagte Vorstand Jens Schumann. Darüber solle bis Mitte des Jahres entschieden werden. Daneben will der Lottoanbieter sein Angebot um Geschicklichkeitsspiele mit Geldeinsatz unter den Nutzern (Peer-to-Peer) – wie Skat oder Backgammon – erweitern.
Zusätzliche Chancen könne eine mögliche Deregulierung des europäischen Glücksspielmarktes bieten: Das Bundesverfassungsgericht will an diesem Dienstag sein Urteil zum staatlichen Monopol auf Oddset-Sportwetten verkünden. Eine Deregulierung würde zunächst vor allem im Bereich der Sportwetten zu mehr Wettbewerb führen, sagte Schumann. Tipp24 könnte dadurch jedoch die Möglichkeit erhalten, "grenzüberschreitend europäische Lotterieprodukte zu vertreiben", ergänzte Vorstand Marc Peters.
Für den deutschen Online-Lotteriemarkt werde bis zum Jahr 2008 ein jährliches Wachstum von 30 bis 40 Prozent auf rund eine Milliarde Euro erwartet, hieß es. Die Tipp24 AG will ihre Marktführerschaft mit einem Anteil von 40 bis 50 Prozent im deutschen Online-Lotteriemarkt behalten. 2005 stieg der vermittelte Spieleinsatz im Konzern um 32,8 Prozent auf 204,7 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs um 88,6 Prozent auf 6,0 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich von 95 auf 114. (dpa) / (jk)