Umweltschützer kritisieren Glühlampenverkauf

Testkäufe haben laut Deutscher Umwelthilfe ergeben, dass in diversen Geschäften noch Glühlampen angeboten werden, die laut EU-Verordnung eigentlich nicht verkauft werden dürften.

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Deutsche Einzelhandelsketten haben weiterhin matte und klare Glühlampen mit mehr als 60 beziehungsweise 75 Watt im Angebot, obwohl dies laut einer EU-Verordnung verboten ist. Darauf weist die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in einer Mitteilung hin. Im Oktober hätten Testkäufer der DUH 88 Geschäfte aufgesucht und festgestellt, dass in 30 von ihnen immer noch Glühlampen mit mehr als 60 Watt in den Regalen stehen. Es seien immer noch Glühlampen mit 100 Watt zu finden – auch online. In einigen Fällen würden die Glühlampen unter einem anderen Namen verkauft, beispielsweise als "Allgebrauchslampe für Spezialzwecke". Eine Essener Firma verkauft Glühlampen als "Heatballs".

Die schwarzen Schafe seien unter anderem die Einzelhandelsketten Rossmann, Schlecker, Toom, OBI, Real, MediaMarkt, MediMax, Kaufland und Karstadt. Diese verteidigten den Weiterverkauf damit, dass die Glühlampen schon vor dem Verkaufsverbot auf Lager gewesen seien. Damit seien sie rein formaljuristisch bereits in den Verkehr gebracht, nun würden lediglich ihre Bestände verkauft. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch meint, das Argument sei absurd, da es mehr als ein Jahr nach dem Stichtag angebracht werde.

Laut der im März 2009 verabschiedeten EU-Verordnung dürfen seit 1. September des vorigen Jahres keine matten Glühlampen und keine klaren Glühlampen mit mehr als 75 Watt verkauft werden. Zum 1. September 2010 ist die zweite Stufe des sogenannten Glühlampenausstiegs in Kraft getreten: Auch klare Glühlampen mit mehr als 60 Watt sind damit in der EU verboten.

Die DUH fordert die Unternehmen auf, den Verkauf dieser Lampen bis Ende November komplett einzustellen. Die DUH hat nach eigenen Angaben die Vollzugsbehörden der Bundesländer informiert und sie aufgefordert, möglicherweise Ordnungswidrigkeitsverfahren einzuleiten. (anw)