Werbung auf Smart-TVs blockieren – geht das?

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(Bild: Everton Eifert/Shutterstock.com)

Lesezeit: 7 Min.
Von
  • Isabelle Bauer
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Moderne Fernseher zeigen nicht mehr nur Inhalte aus Apps oder dem klassischen TV-Programm, sondern zunehmend auch Werbung im Menü, auf dem Startbildschirm oder als personalisierte Empfehlungen. Diese Anzeigen lassen sich meist nicht vollständig entfernen, Sie können diese aber reduzieren. Wir zeigen Ihnen die richtigen Einstellungen und Tools dafür.

Die meisten Smart-TVs sind heute dauerhaft mit dem Internet verbunden und Teil eines Ökosystems aus Apps, Streamingdiensten und Herstellerplattformen. Hersteller wie Samsung, LG oder Google nutzen diese Verbindung, um Nutzungsdaten zu erfassen und darauf basierend Werbung auszuspielen. Dabei kommt häufig sogenannte ACR-Technologie (Automatic Content Recognition) zum Einsatz. Diese erkennt, welche Inhalte auf dem Bildschirm angezeigt werden, und erstellt daraus ein Nutzungsprofil. Dieses Profil wird anschließend genutzt, um Ihnen personalisierte Werbung und Empfehlungen im Menü oder auf dem Startbildschirm einzublenden.

Die Werbung ist daher kein klassischer TV-Spot, sondern tief in das Betriebssystem integriert. Genau deshalb lässt sie sich nicht wie bei einer Website einfach per Adblocker entfernen, sondern nur durch eine Kombination aus Datenschutzeinstellungen und Netzwerk-Blockierung reduzieren.

Werbung auf Smart-TVs erscheint häufig direkt im Menü oder auf dem Startbildschirm des Geräts. (Screenshot: heise online)

Die Möglichkeiten zur Werbeblockierung unterscheiden sich je nach Hersteller und Betriebssystem. Während einige Fernseher eigene Einstellungen für personalisierte Werbung und Tracking anbieten, setzen andere Modelle hauptsächlich auf zentrale Datenschutzeinstellungen oder Funktionen wie HbbTV. Zudem ändern die Hersteller ihre Menüs regelmäßig durch Software-Updates, sodass einzelne Bezeichnungen und Menüpunkte von Modell zu Modell leicht variieren können.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, zunächst alle verfügbaren Datenschutz- und Werbeeinstellungen auf dem Fernseher zu überprüfen. Anschließend kann ein Werbe-DNS oder die Deaktivierung von HbbTV dabei helfen, weitere Werbeeinblendungen zu reduzieren.

Samsung gehört weltweit zu den größten Smart-TV-Herstellern und integriert auf vielen Modellen Werbeeinblendungen in die Benutzeroberfläche. Diese erscheinen häufig als Empfehlungen oder gesponserte Inhalte auf dem Startbildschirm.

Um die Datenerfassung und personalisierte Werbung einzuschränken, öffnen Sie die Einstellungen Ihres Fernsehers und wechseln in den Bereich „AGBs & Datenschutz“. Dort finden Sie je nach Modell Optionen für Anzeigeinformationsdienste und interessenbasierte Werbung. Deaktivieren Sie diese Funktionen, damit Samsung weniger Daten zur Personalisierung von Werbeinhalten verwenden kann.

Zusätzlich empfiehlt es sich, die Werbe-ID des Fernsehers zurückzusetzen. Dadurch werden bereits vorhandene Werbeprofile gelöscht und die Zuordnung Ihres Nutzungsverhaltens erschwert. Komplett verschwinden Werbekacheln dadurch zwar nicht immer, die Menge personalisierter Inhalte nimmt jedoch häufig spürbar ab.

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Auch LG blendet auf vielen Geräten Empfehlungen und Werbeinhalte innerhalb der Smart-TV-Oberfläche ein. Die entsprechenden Optionen finden sich meist unter „Allgemein“ und „Zusätzliche Einstellungen“ im Bereich „Datenschutz“ oder „Werbung“ in den Einstellungen.

Dort können Sie das Werbe-Tracking deaktivieren und vorhandene Werbe-IDs zurücksetzen. Auf neueren Geräten lässt sich außerdem verhindern, dass Werbeinhalte über den Bildschirmschoner angezeigt werden.

Besonders wichtig ist die Deaktivierung personalisierter Werbung, da dadurch weniger Nutzungsdaten verarbeitet werden. Zwar werden weiterhin einige Empfehlungen angezeigt, diese basieren jedoch nicht mehr auf Ihrem individuellen Fernsehverhalten.

Die meisten aktuellen Sony-Fernseher nutzen Google TV beziehungsweise Android TV als Betriebssystem. Dadurch unterscheiden sich die Einstellungen von vielen anderen Herstellern.

Öffnen Sie die Einstellungen und navigieren Sie zum Bereich „Datenschutz“ beziehungsweise „Google-Dienste“. Dort können Sie die Personalisierung von Werbung deaktivieren und die Werbe-ID zurücksetzen.

Zusätzlich lassen sich auf vielen Geräten gesponserte Inhalte auf dem Startbildschirm ausblenden. Die entsprechenden Optionen befinden sich meist in den Einstellungen des Startbildschirms oder der Empfehlungsfunktionen.

Da Google TV stark auf personalisierte Inhalte setzt, führt die Deaktivierung dieser Funktionen häufig zu einem deutlich aufgeräumteren Startbildschirm.

Viele aktuelle Philips-Fernseher basieren ebenfalls auf Android TV oder Google TV. Die Vorgehensweise ähnelt daher den Sony-Geräten. Werbe- und Trackingoptionen finden sich meist in den Google-Einstellungen sowie den Datenschutzoptionen des Fernsehers.

Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf die HbbTV-Einstellungen, da zahlreiche Werbeeinblendungen bei linearen TV-Sendern über diese Technologie bereitgestellt werden.

Hisense und TCL gehören inzwischen zu den weltweit meistverkauften TV-Marken. Je nach Modell kommen unterschiedliche Betriebssysteme wie Google TV, Android TV, VIDAA oder Fire TV zum Einsatz.

Die Werbeeinstellungen befinden sich meist im Datenschutzbereich des jeweiligen Systems. Deaktivieren Sie dort personalisierte Werbung, Trackingfunktionen und interessenbasierte Empfehlungen. Bei Google-TV-Modellen gelten weitgehend dieselben Schritte wie bei Sony oder Philips.

Sollten auf dem Fernseher auffällig viele Werbeeinblendungen erscheinen, lohnt sich außerdem ein Blick auf den sogenannten Shop- oder Demo-Modus. Dieser wird für Ausstellungsgeräte im Handel verwendet und kann Werbehinweise oder Produktinformationen einblenden. Im Heimgebrauch sollte stattdessen immer der Modus „Zuhause“ oder „Home“ aktiviert sein.

Ein häufig übersehener Grund für Werbeeinblendungen ist HbbTV. Die Abkürzung steht für „Hybrid Broadcast Broadband TV“ und verbindet klassisches Fernsehen mit Internetinhalten.

Viele Sender nutzen HbbTV, um zusätzliche Informationen, Mediatheken oder Werbeeinblendungen bereitzustellen. Diese erscheinen oft als Banner oder Hinweise während des laufenden Programms.

Wer auf diese Zusatzfunktionen verzichten kann, sollte die HbbTV-Funktion in den TV-Einstellungen deaktivieren. Die genaue Position variiert je nach Hersteller, befindet sich aber meist in den Empfangs- oder Systemeinstellungen.

Wird HbbTV deaktiviert, verschwinden häufig interaktive Werbeeinblendungen und Hinweise auf Mediatheken.

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Eine der effektivsten Methoden, um Werbung und Tracking auf Smart-TVs zu reduzieren, ist die Nutzung eines DNS-Dienstes mit integriertem Werbefilter. Statt die Standard-DNS-Server des Internetanbieters zu verwenden, werden dabei spezielle DNS-Server eingesetzt, die bekannte Werbe- und Tracking-Domains automatisch blockieren.

Besonders beliebt sind Dienste wie AdGuard DNS oder NextDNS. Sobald diese eingerichtet sind, werden Anfragen an viele Werbe- und Trackingserver bereits auf Netzwerkebene blockiert. Dadurch können zahlreiche Werbeeinblendungen auf Smart-TVs gar nicht erst geladen werden.

Der größte Vorteil: Wird der DNS-Server direkt im Router eingerichtet, gilt der Schutz automatisch für alle Geräte im Heimnetzwerk. Dazu gehören neben dem Fernseher auch Smartphones, Tablets, Streaming-Boxen und Computer.

Folgen Sie unserer Schritt-fĂĽr-Schritt-Anleitung oder schauen Sie sich die Kurzanleitung an.

Werbung auf Smart-TV blockieren mit DNS (3 Bilder)

1. Schritt:

Öffnen Sie zunächst die Verwaltungsoberfläche Ihres Routers. Diese erreichen Sie meist über eine Adresse wie „fritz.box“ oder die lokale IP-Adresse des Routers im Browser. Melden Sie sich dann mit Ihrem Kennwort an.
  1. Öffnen Sie die Verwaltungsoberfläche Ihres Routers über fritz.box oder die lokale IP-Adresse im Browser und melden Sie sich mit Ihrem Kennwort an.
  2. Navigieren Sie anschließend zu „Internet“ > „Zugangsdaten“ und wechseln Sie zum Reiter „DNS-Server“.
  3. Aktivieren Sie die Option für eigene DNSv4-Server und tragen Sie die gewünschten DNS-Adressen ein, z.B. 94.140.14.14 und 94.140.15.15 für AdGuard DNS. Speichern Sie die Änderungen anschließend über „Übernehmen“.
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(anka)