Australiens Musikindustrie spürt den iTunes-Effekt
Mit dem Start von Apples Online-Musikangebot im Oktober schnellten "down under" die Umsätze mit Musikdownloads in die Höhe. Mit 4,7 Millionen Euro betrug deren Gesamtvolumen 2005 insgesamt erst 1,5 Prozent des Musikmarkts.
Auch in Australien schrumpft der Markt für herkömmliche Tonträger. Nach Angaben der Australian Recording Industry Association (ARIA) sank die Zahl der 2005 ausgelieferten Tonträger gegenüber 2004 um 7,5 Prozent oder knapp fünf Millionen Stück auf 58,4 Millionen Stück. Die Netto-Großhandelsumsätze mit Tonträgern fielen 2005 auf knapp 540 Millionen Australische Dollar (317 Millionen Euro), was einem Rückgang um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr (607 Millionen Australische Dollar) entspricht. Erstmals weist die ARIA für 2005 Umsätze mit Musikdownloads aus. Für fast 5 Millionen Downloads nahmen die Händler knapp acht Millionen Australische Dollar (4,7 Millionen Euro) ein. Mit insgesamt 547 Millionen Australischen Dollar liegt das Gesamtvolumen des Phonomarkts 2005 deutlich unter dem Vorjahreswert (607 Millionen Australische Dollar), als nur Umsätze mit physikalischen Tonträgern erfasst wurden.
Auf dem mit gut 20 Millionen Einwohnern dünnbesiedelten Kontinent gingen im Jahresvergleich vor allem die Umsätze mit Musikcassetten (minus 48 Prozent auf 100.000 Stück), Vinyl-Singles (minus 39 Prozent auf 4400 Stück) sowie mit CD-Singles, deren verkaufte Stückzahl um 20 Prozent auf 7,5 Millionen sank, zurück. Vergleichsweise blieb da der Absatz von CDs in voller Albumlänge mit einem Rückgang von 4 Prozent auf 46,3 Millionen Stück fast konstant. Allerdings sanken die Umsätze im CD-Geschäft gegenüber 2004 um fast zehn Prozent auf nun noch 461,2 Millionen Australische Dollar (270 Millionen Euro).
Apples Musikdienst iTunes, der erst im Oktober 2005 in Australien startete, kommt bei den Australiern offensichtlich gut an. Mehr als ein Drittel der 2005 erzielten digitalen Musikumsätze, das heißt über 1,5 Millionen Euro, entfallen auf die letzten beiden Monate des Jahres. Inwieweit Handy-Klingeltöne zu den digitalen Umsätzen beitragen, verraten die Zahlen der ARIA nicht. Ungeachtet dieses positiven Trends fürchtet der Phono-Branchenverband einen Anstieg illegaler Downloads aufgrund der wachsenden Versorgung mit Breitband-Internetanschlüssen. (ssu)