StreamCast verklagt Skype wegen angeblichen Technologieklaus
Der Hersteller der P2P-Tauschbörse Morpheus wirft dem VoIP-Anbieter, der Tauschbörse KaZaA sowie deren Gründerväter unlautere Geschäftspraktiken vor.
Der P2P-Softwareanbieter StreamCast Networks hat gegen mehrere Unternehmen sowie Einzelpersonen Klage beim U.S. District Court in the Central District of California eingereicht. Betroffen sind unter anderem der VoIP-Anbieter Skype, die Tauschbörse KaZaA sowie die Skype-Gründer und KaZaA-Erfinder, Niklas Zennstrom und Janus Friis, berichten US-Medien. Stellungnahmen der betroffenen Firmen liegen bislang nicht vor.
StreamCast, der als Hersteller der Tauschbörsensoftware Morpheus vor dem obersten US-Bundesgericht gegen die Musikindustrie unterlag, wirft den Beschuldigten Verstöße gegen den Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act (RICO) vor. Unter das Gesetz fallen zum Beispiel Erpressungen oder unlautere Geschäftspraktiken. StreamCast behauptet, die beschuldigten Unternehmen hätten ohne Erlaubnis firmeneigene File-Sharing-Technologien eingesetzt.
Der VoIP-Anbieter Skype wurde im vergangenen Jahr von eBay für einen Betrag um 2,5 Milliarden US-Dollar übernommen. Inzwischen bedient Skype nach eigenen Angaben rund 5,4 Millionen Kunden weltweit und erwartet für das laufende Jahr Ümsätze in Höhe von rund 240 Millionen US-Dollar. Die VoIP-Angebote von Skype, deren technische Grundlagen das Unternehmen nicht offenlegt, wecken seit längerem das Interesse von Experten. Jüngst kamen Sicherheitsexperten zu dem Ergebnis, dass Skype hohen Aufwand betreibt, um so genanntes Reverse-Engineering zu verhindern. (ssu)