Sprachsteuerung fĂĽr unbemannte Flugzeuge

Wissenschaftler am MIT haben eine Software entwickelt, die es Flugzeugpiloten erlaubt, ein unbemanntes Flugzeug mit Befehlen in normaler Alltagssprache zu steuern.

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Von
  • Dorothee Wiegand

Der Promotionsstudent Tom Schouwenaars und der Boeing-Ingenieur Mario Valenti haben am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Zusammenarbeit mit dem Sprachspezialisten Teragram eine Software entwickelt, die es einem Flugzeugpiloten erlaubt, ein zweites, unbemanntes Flugzeug per Sprachbefehl zu steuern.

Das neue System unterscheide sich von bisherigen Lösungen dadurch, dass es flexibler und intelligenter auf natürlichsprachliche Äußerungen reagieren soll, heißt es in einer Meldung der Bostoner Hochschule. Der Pilot könne Sätze aus der Alltagssprache wie "Flieg in Einsatzgebiet B" verwenden, um die Drohne fernzusteuern, während er selbst mit seinem Flugzeug außerhalb der Gefahrenzone bleibe. Zudem baute Schouwenaars einen Algorithmus zur sicheren Flugbahnberechnung ein, der Kollisionen verhindere und im Gegensatz zu bisherigen Lösungen ohne Vorausplanung funktioniere, also komplett ablaufe, während das Flugzeug sich bereits in der Luft befinde. Er beruht auf Mixed-Integer Linear Programming (MILP) und wurde von dem Wissenschaftler so optimiert, dass die ferngesteuerte Drohne innerhalb von Sekundenbruchteilen auf neue Kommandos oder unvorhergesehene Hindernisse reagieren könne, indem die Flugbahn angepasst werde.

Im Juni dieses Jahres wurde die Software erstmals praktisch erprobt. Von einem Boeing F-15 Kampfflieger aus steuerte der Pilot während der Tests eine Lockheed T-33. Zwar befanden sich an Bord der zweiten Maschine mehrere Besatzungsmitglieder, die im Fall eines Fehlers eingegriffen hätten. Tatsächlich wurde die Lockheed jedoch von der MIT-Software gesteuert, für deren Übertragung in beiden Flugzeugen ein Notebook mit an Bord war. (dwi)