Siemens-Konzern legt Manager-Gehälter offen

Der Siemens-Konzern bestätigt, dass er künftig die Gehälter seiner Führungskräfte einzeln ausweisen will.

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  • dpa

Der Siemens-Konzern weist künftig die Gehälter seiner Führungskräfte einzeln aus. Der Leiter der Siemens-Unternehmenskommunikation, Eberhard Posner, bestätigte am Sonntag in München einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Posner sagte der dpa, dies geschehe im gedruckten Jahresbericht, der in drei bis vier Wochen erscheine. Laut Spiegel hatten Vorstandschef Heinrich von Pierer und die anderen elf Führungskräfte 2003 inklusive Boni und Aktienoptionen 31,6 Millionen Euro verdient.

Der scheidende Siemens-Chef kritisierte in einem Interview mit dem Magazin Focus die geplante Novelle zur Managerhaftung. Pierer nannte die geplanten Regeln "völlig überzogen". "Da wird doch unterstellt: Die Manager belügen die Öffentlichkeit. Das sind meines Erachtens großartige Ablenkungsmanöver von den wirklichen Problemen des Landes", sagte Pierer, der Ende Januar 2005 von der Vorstands- an die Aufsichtsratsspitze wechseln will.

Bayern will voraussichtlich Ende November einen Gesetzesvorschlag zur Offenlegung der Managergehälter in den Bundesrat einbringen. Kapitalgesellschaften sollen danach verpflichtet werden, in ihren Jahresabschlüssen die Zahlungen an jedes Vorstandsmitglied individuell aufzulisten.

Die Debatte um eine Offenlegung der Gehälter von Topmanagern wurde ausgelöst durch die hohen Abfindungen bei der Übernahme von Mannesmann durch den britischen Vodafone-Konzern. Bereits jetzt sind die Firmen durch Richtlinien für eine gute Unternehmensführung verpflichtet, die Vorstandsbezüge transparent zu machen. Eine Sanktion ist im Aktienrecht aber noch nicht vorgesehen. Bislang legte nur eine Minderheit der im DAX notierten Unternehmen die individuellen Vorstandsbezüge offen. (dpa) (axv)