Motorola macht PoC-Client für Symbian-Handys verfügbar
Die Software soll herstellerübergreifend Push-To-Talk over Cellular (PoC) auf den Bedienoberflächen Symbian Series 60 und UIQ ermöglichen und die Entwicklung ähnlicher Dienste wie Push-To-View vorantreiben.
Der Mobilfunkausrüster Motorola hat bekannt gegeben, dass ein von ihm entwickelter PoC-Client (Push-To-Talk over Cellular) ab jetzt für Lizenznehmer erhältlich ist. Die Software soll sich herstellerübergreifend auf Mobiltelefonen mit Symbian und der Nokia-Plattform Series 60 oder der Umgebung des schwedischen Entwicklers UIQ einsetzen lassen. Eine erste hersteller- und netzwerkübergreifende Spezifikation von Push-to-Talk over Cellular (PoC) wurde kürzlich von der Open Mobile Alliance (OMA), einem Zusammenschluss von rund 200 Unternehmen aus dem Umfeld der Netzbetreiber sowie Geräte- und Infrastruktur-Hersteller, vorgestellt. Darin sind PoC-Varianten definiert, die an professionelle Bündelfunkanwendungen erinnern, wie zum Beispiel die "One-to-Many PoC Session", in der die Ansprache eines einzelnen zeitgleich für alle Gruppenmitglieder hörbar ist.
Im Gegensatz etwa zum Profi-Funk im Tetra-Standard, der für die Gruppenruffunktion eine entsprechende Anzahl an Sprachkanälen nutzt, basiert PoC auf der Datenübertragung in kommerziellen Mobilfunknetzen, beispielsweise über GPRS oder UMTS. Einerseits schont dieses Verfahren die Sprachkapazität des Handynetzes, andererseits ist es fraglich, ob die Dienstegüte (wie Rufaufbauzeiten und Verfügbarkeit) von PoC ausreichend für professionelle oder sicherheitsrelevante Anwendungen ist.
Der PoC-Client von Motorola zielt hingegen auf kommerzielle Anwendungen. Laut Motorola bietet die Software Endgeräteherstellern und Netzbetreibern zahlreiche Möglichkeiten zur "customization", sodass die Anbieter ihre PoC-Angebote mit unternehmenseigenen Design-Merkmalen wie Unternehmensfarbe und Logo präsentieren können. Damit PoC-Nutzer die Gruppenmitglieder schnell erkennen können, haben sie die Möglichkeit, ihnen "buddy icons" zuzuordnen. Aus technischer Sicht verspricht der Motorola-Client Merkmale wie eine automatische Konfiguration, ohne dass der Endnutzer Eingaben machen muss. Außerdem bietet die Software Möglichkeiten zur Installation beziehungsweise zum Upgrade vorhandener Endgeräte über das Funknetz ("over-the-air"). Für die Zukunft stellt Motorola die Erweiterung der sprachbasierten PoC-Funktionen zu einem Bündel von "Push-to-X"-Diensten in Aussicht, beispielsweise Bildübertragung über "Push-to-view". (ssu)