Bertelsmann-Tochter Arvato will Umsatz kräftig steigern

Wachstumsschübe sollen aus klassischen Geschäftsfeldern wie Druck und CD-Produktion kommen; mit der neuen Telefonauskunft "1 18 18" erreiche Arvato bereits 10.000 Anrufe pro Tag zum Minutenpreis von 1,20 Euro.

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  • dpa

Die Bertelsmann-Tochter Arvato verspricht sich für 2006 Wachstumsschübe aus klassischen Geschäftsfeldern wie Druck oder CD-Produktion. Ein neues DVD- und CD-Werk in Russland, eine neue Druckerei in Italien sowie Druck- und Produktionsaufträge neuer Kunden sollen das Unternehmen voranbringen, sagte der Vorstandsvorsitzende Hartmut Ostrowski am Mittwoch. Das Unternehmen peile Umsatzsteigerungen von bis zu 300 Millionen an. Das Wachstum solle zur Hälfte organisch erzielt werden, zur Hälfte aber aus den Akquisitionen des vergangenen Jahres kommen, darunter die Beteiligung am Hamburger Tiefdruckriesen Prinovis und am Informationsdienstleister Infoscore (Baden-Baden).

Arvato ist eine von sechs Sparten des Bertelsmann-Konzerns. 2005 wurde ein Umsatz von 4,3 Milliarden Euro (2004: 3,76 Milliarden) und ein operatives Ergebnis von 341 Millionen Euro (2004: 310 Millionen) erzielt. Die Zahl der Mitarbeiter stieg weltweit um 8000 auf 42.155. 1200 Stellen seien in Deutschland neu geschaffen worden. Neben technischen Neuerungen wie Nachfolgeentwicklungen fĂĽr CD und DVD setze Arvato auch kĂĽnftig auf klassische Bereiche wie etwa den Druck. "Das ist und bleibt ein wichtiger Pfeiler", meinte Ostrowski.

Mit der neuen Telefonauskunft ("1 18 18") erreiche Arvato bereits 10.000 Anrufe pro Tag zum Minutenpreis von 1,20 Euro. "Wir brauchen langfristig den dreifachen Umfang", sagte Ostrowski. Der Start der Auskunft sei aber erfolgreicher verlaufen, als zunächst geplant. Die Internet-Downloadplattform "GNAB" wachse weiter. Trotz aufkommender ähnlicher Produkte von Wettbewerbern sagte Ostrowski: "Wir glauben, das wir technisch führend sind."

Arvato will künftig stärker als bisher in das Geschäft mit der Übernahme öffentlicher Dienstleistungen einsteigen. Ein Pilotprojekt im Landkreis East Riding in Großbritannien sei angelaufen. Es gebe Gespräche auch mit "drei deutschen Mittelstädten", für die Aufgaben wie das Eintreiben bestimmter Steuern oder das Auszahlen von Beihilfen erledigt werden könnten, sagte Ostrowski. Die deutschen Verwaltungen arbeiteten jedoch weniger effizient als die englischen. Zudem seien die Widerstände in Deutschland sehr groß, hoheitliche Aufgaben zu privatisieren. (dpa) / (jk)