Festplatten: Preise steigen – Verknappung kündigt sich an

Nach einem Höhenflug verliert der Euro gegenüber dem Dollar wieder an Wert. Damit steigen die Festplatten-HEKs um zwei bis fünf Prozent. Während die Absatzzahlen zulegen, verschlechtert sich gleichzeitig die Verfügbarkeit bei 2,5- und 3,5-Zoll-Platten. Noch nicht erhältlich, aber schon gelistet, sind die ersten internen 2,5- und 3-TByte-Platten.

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Von
  • Karl Fröhlich

Die ersten 3-TByte-Platten wie Western Digitals Caviar-Green-Modell WD30EZRSDTL sind noch nicht lieferbar

(Bild: WD)

Die HEKs für Festplatten steigen. Einerseits folgen die Preise dem steigenden Dollar-Kurs, andererseits macht sich bei einigen Modellen eine Verknappung bemerkbar. Im Vergleich zur KW 44 Anfang November sind interne 1,5-TByte-Platten um fünf Prozent teurer geworden und kosten nun etwas über 60 Euro. In der Vorwoche waren zum Teil aber noch Aktionsangebote von knapp 54 Euro zu sehen. Aktuell ist der Markt relativ leer gefegt.

Im Vergleich zu Anfang Oktober liegen die HEKs für Kapazitäten bis zu einem TByte aktuell noch um vier bis zehn Prozent günstiger, Laufwerke mit 1,5 und zwei TByte sind bereits minimal teurer.

Ebenfalls auf Allokation sind im 2,5-Zoll-Bereich herstellerübergreifend die 1-TByte-Modelle. Aufgrund der starken Nachfrage der großen OEMs und Notebook-Hersteller sollten Reseller hier generell davon ausgehen, dass Situation anhält. "Von Lieferschwierigkeiten werden unter anderem Platten mit hohen Kapazitäten sowie langsamere Mainstream-Laufwerke betroffen sein", erwartet Markus Harbach, Leiter Einkauf bei Wave Computersysteme. Dazu gehören seiner Ansicht nach externe Disks mit einem TByte sowie 500- und 640-GByte-Drives mit jeweils 5400 U/min. Die Hersteller preisaggressiver Notebooks könnten allerdings auch eine höhere Nachfrage nach 320-GByte-Modellen verursachen. Dies hätte ebenfalls eine schlechtere Verfügbarkeit zur Folge. "Bei 3,5-Zoll-Platten wird sich die Allokation im Bereich der High-Caps definitiv verschlimmern, weil die Hersteller nach dem Erscheinen der 2,5- und 3-TByte-Laufwerke den Fokus auf selbige legen werden", sagt Harbach.

Gelistet sind bereits Western Digitals 2,5- (WD25EZRSDTL) und 3-TByte-Platten (WD30EZRSDTL) der Caviar-Green-Serie. Die HEKs liegen bei zirka 136 bzw. 175 Euro. Noch sind die Produkte aber nicht lieferbar. Nach Seagate hat nun auch Hitachi GST mit der neuen Deskstar 7K3000 ein 3-TByte-Modell angekündigt. Momentan bezweifeln Insider jedoch, dass in den nächsten Wochen genügend Ware auf den Markt kommt, damit die neuen High-Cap-Drives entscheidend in das Jahresendgeschäft eingreifen könnten.

Insgesamt erwartet die Distribution in den kommenden Wochen noch einmal deutliche Zuwächse. Fachhändler sollten sich darauf einstellen, dass nicht immer genügend Ware kurzfristig erhältlich sein wird. Es darf jedoch damit gerechnet werden, dass herstellerübergreifend der Warenfluss nicht gänzlich zum Erliegen kommt, sofern man nicht auf ein konkretes Produkt eines bestimmten Herstellers festgelegt ist.

Mehr Infos

Im heise resale Preisradar ist der durchschnittliche Angebotspreis im Online-Handel im Vergleich zur Vorwoche um 1,3 Prozent leicht gesunken und beträgt nun 86,55 Euro (brutto). Gegenüber der KW 44 entspricht dies einem Verlust von rund fünf Prozent. Die meistgesuchten Festplatten sind nach wie vor die Samsung Ecogreen F4 HD204UI und die Western Digital WD20EARS mit jeweils zwei TByte sowie das 1-TByte-Modell Spinpoint F3 HD103SJ. Dies sind auch die einzigen Harddisks, die es noch in die Top 10 des Preisradar geschafft haben. Dem Interesse an SSDs kann die Platten-Branche momentan nichts entgegensetzen. (map)