SAP-Gründer: Oracle-Chef bauscht auf
Während sich SAP-Vorstandssprecher Bill McDermott sich bei Oracle entschuldigt hat, wirft Hasso Plattner dem Unternehmen vor, die Reputation von SAP beschädigen zu wollen.
Am Rande des Prozesses zwischen Oracle und SAP hat sich nun auch SAP-Gründer und Aufsichtsratschef Hasso Plattner zu Wort gemeldet. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner kommenden Ausgabe. Plattner beschuldigte demnach Oracle-Chef Larry Ellison, die Sache aufzubauschen. Oracle wolle, soweit es geht, die Reputation von SAP beschädigen. Plattner gab aber auch zu, dass SAP einen Fehler gemacht hat: "Wir haben einen Weg eingeschlagen, den wir nie hätten betreten dürfen."
Der Prozess vor einem kalifornischen Bezirksgericht soll den jahrelangen Streit um Datenklau durch die SAP-Tochterfirma TomorrowNow beenden. Die inzwischen geschlossene Firma hatte Oracle-Software im Auftrag von Firmenkunden gewartet. Dazu luden die Mitarbeiter mehrfach unrechtmäßig Daten von der Website des Rivalen herunter.
SAP-Vorstandssprecher Bill McDermott entschuldigte sich diese Woche vor Gericht bei Oracle. Dem Spiegel sagte er, SAP biete Oracle eine angemessene Entschädigung für den relativ geringfügigen Schaden, der verursacht worden sei. Es wird erwartet, dass die Jury Anfang Dezember in ihrem Urteil die Höhe des Schadensersatzes festlegt, den SAP an Oracle zahlen muss. McDermott hofft dabei auf ein "faires Ergebnis".
Siehe dazu auch:
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