Ex-Mitarbeiterin wirft Kodak vorsätzliche Qualitätsminderung von EasyShare-Bildern vor
Eine frühere EasyShare-Managerin gibt an, Kodak habe von Kunden hochgeladene Fotos ungefragt komprimiert, um Speicherkosten zu sparen. Der Konzern bestreitet die Vorwürfe.
Eine frühere Kodak-Mitarbeiterin wirft dem Konzern vor, Bilddateien von Kunden seines EasyShare-Dienstes ungefragt zu komprimieren und dabei unwiederbringliche Qualitätsverluste der Fotos in Kauf zu nehmen. So sollten Kosten für die Speicherung reduziert werden. Die bis zu ihrer Entlassung im vergangenen August bei EasyShare als "Director of Engineering" angestellte Kodak-Mitarbeiterin Maya Raber habe beim obersten kalifornischen Gericht Klage gegen Kodak erhoben, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Sie und andere Mitarbeiter hätten die Konzernleitung vor dem drohenden Qualitätsverlust der Bilder und dem damit verbundenen Imageschaden für Kodak warnen wollen, woraufhin ihre unmittelbaren Vorgesetzten sie entlassen hätten.
Raber zufolge finden sich in den EasyShare-Archiven bis heute Bilddateien, die ohne Zustimmung der Kunden komprimiert worden sind. Kodak habe die Betroffenen bis dato nicht darüber informiert, dass die Qualität ihrer Bilder womöglich irreversibel gemindert sei. Kodak hat dem WSJ zufolge die Vorwürfe seiner Ex-Mitarbeiterin zurückgewiesen und erklärt, keine Bilder ohne Kenntnis der Kunden komprimiert zu haben. Der Konzern habe im Einklang seiner Unternehmenspolitik und -ethik gehandelt. Insoweit lässt das Konzern-Statement offen, inwieweit Versuche mit Bildkomprimierung stattfinden. Rabers Entlassung wollte Kodak nicht kommentieren, da es sich um eine Personalsache gehandelt habe.
In den US-Nutzungsbedingungen von EasyShare heißt es unter Punkt 11 in Großschrift und teilweise in zusätzlichem Fettdruck sinngemäß, dass ausschließlich die Kunden die Verantwortung für Verlust oder Beschädigung ihrer Dateien und Computersysteme tragen. Es sei allein Sache des Kunden, Backups anzulegen.
Laut einem Bericht auf der Website des TV-Senders ABC äußerten Verbraucherverbände ihre Besorgnis darüber, dass die von Maya Raber erhobenen Anschuldigungen zutreffend sein könnten – wesentlich besorgter sei man jedoch, wenn die Vorwürfe von betroffenen Kunden und nicht von einer gefeuerten Mitarbeiterin stammten. Konkrete Belege für Qualitätsverluste bei EasyShare-Fotos enthält auch der ABC-Bericht nicht. (ssu)