DATEV setzt auf Auslandsgeschäft und neue Service-Angebote
Vor dem Hintergrund der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Sättigung in den Kernmärkten Rechnungswesen und Steuern erwartet der Software-Anbieter für das laufende Jahr nur noch ein Umsatzwachstum von 0,5 Prozent.
Angesichts einer wachsenden Sättigung im Kerngeschäft setzt der Software-Anbieter und Rechenzentrums-Dienstleister DATEV auf das Ausland und neue Service-Angebote für Rechnungsprüfer und Kommunen. Nach einem erfolgreichen Engagement in Österreich, Tschechien und Polen plane das Nürnberger Unternehmen für den Herbst auch entsprechende Angebote in Italien, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der DATEV eG, Dieter Kempf, am Freitag in Nürnberg. DATEV gilt als einer der größten IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte.
Wachstumschancen sieht Kempf außerdem bei Computerprogrammen für Wirtschaftsprüfer; der Umsatz mit entsprechender Software sei allein 2004 um 27 Prozent gewachsen, berichtete der DATEV-Chef. Als Folge der zunehmenden Verbreitung von Computerviren legte das Unternehmen auch beim Geschäft mit IT-Sicherheitslösungen zu; der Umsatz in diesem Bereich sei ebenfalls um 27 Prozent auf fast 3,7 Millionen Euro gestiegen. Erfreulich entwickele sich auch der Umsatz mit entsprechender kaufmännischer Buchführungssoftware für Kommunen.
Vor dem Hintergrund der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Sättigung in den Kernmärkten Rechnungswesen und Steuern erwartet der DATEV-Chef für das laufende Jahr nur noch ein Umsatzwachstum von 0,5 Prozent und ein "zufriedenstellendes Ergebnis". Das erste Halbjahr 2005 habe das genossenschaftlich geführte Unternehmen mit einem Umsatz von 296,6 Millionen Euro abgeschlossen. Das sind 3,8 Millionen Euro mehr als im ersten Halbjahr 2004.
Der Umsatz im Jahr 2004 war den Angaben zufolge um ein Prozent auf 577,3 Millionen Euro gestiegen. Der operative Gewinn sank hingegen um 4 Millionen auf 27,3 Millionen Euro. "Angesichts des negativen wirtschaftlichen Umfeldes ist das sicherlich ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis", betonte Kempf. Den Gewinnrückgang habe neben gestiegenen Personalkosten auch ein deutlich höherer Abschreibungsaufwand etwa für den Erwerb neuer Software-Lizenzen verursacht, erläuterte DATEV-Vorstandsmitglied Michael Leistenschneider. Künftig sollten verstärkt Kosten gesenkt werden. (dpa) / (pmz)