Oracle startet Anti-Peoplesoft-Kampagne
Oracle startet eine Kampagne gegen den Konkurrenten Peoplesoft, in der er behauptet, dass der Börsenwert von Peoplesoft ins Bodenlose fallen werde, sollten die Mehrheit der Aktionäre nicht auf das feindliche Übernahmeangebot eingehen.
Der Datenbankenspezialist Oracle startet nach einem Bericht des Wall Street Journals eine Kampagne gegen den Konkurrenten Peoplesoft, in der er behauptet, dass der Börsenwert von Peoplesoft ins Bodenlose fallen werde, sollten die Mehrheit der Aktionäre nicht auf Oracles Übernahmeangebot in Höhe von 24 US-Dollar pro Anteilsschein eingehen.
Oracle-Vertreter treffen sich dem Artikel zufolge noch in der laufenden Woche mit institutionellen Großanlegern von Peoplesoft, um sie davon zu überzeugen, ihre Aktien bis zum 19. November zu verkaufen. Sollte es nicht gelingen, nach insgesamt 18 Monaten die feindliche Übernahme endlich zu realisieren und die Mehrheit an Peoplesoft zu übernehmen, werde Oracle sich zurückziehen. Der Peoplesoft-Vorstand kann sich noch bis zum 15. November entscheiden, die gebotenen 9,2 Milliarden Dollar für die Übernahme zu akzeptieren. Bislang wollte sich kein Firmenvertreter dazu äußern.
Unterdessen sagte Oracles Finanzchef Harry You auf einer Konferenz des US-Finanzhauses Goldman Sachs, dass die Treffen mit Peoplesoft-Aktionären bereits am vergangenen Freitag begonnen hätten. Auch zitierte You Analysten, die erklärt haben sollen, dass die Peoplesoft-Anteilsscheine auf einen Wert zwischen 14 und 19 US-Dollar sinken würden, wenn Oracle sein Angebot zurückziehe. "Zu diesem Zeitpunkt ist das nur hypothetisch, aber wenn wir bis zum 19. November nicht mindestens 50 Prozent an Peoplesoft halten, dann könnte es schnell mehr als ein akademisches Gedankenspiel sein", sagte You.
Oracle hat sein Angebot an die Peoplesoft-Aktionäre am 1. November ein letztes Mal erhöht. Der Konzern nannte es seine "beste und letzte Offerte", die sich auf eine Höhe von 24 US-Dollar pro Aktie belaufe und bis zum 19. November befristet sei. Zudem kündigte Oracle an, gegen die Giftpillen-Strategie zur Abwehr der Übernahme gerichtlich vorzugehen. (tol)