Frankreichs WettbewerbshĂĽter finden iTunes unproblematisch

Apple nutzt mit seinem Musik-Download-Dienst iTunes seine Marktdominanz nicht rechtswidrig aus, das ist zumindest die Ansicht des französischen Kartellamtes.

vorlesen Druckansicht 114 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Torge Löding

Apple nutzt mit seinem Musik-Download-Dienst iTunes seine Marktdominanz nicht rechtswidrig aus, das ist zumindest die Ansicht der französischen Wettbewerbshüter, die eine Klage der französischen Tochter der britischen Virgin Group zurückgewiesen haben. Mit der Klage wollten die Briten Apple zwingen, sein DRM-System für andere Systeme zu öffnen, damit beispielsweise Songs aus dem Virgin-Download-Angebot auf dem iPod abgespielt werden können. Der Hersteller weigert sich bislang, sein FairPlay-System für die Konkurrenz zu öffnen.

Virgin erlitt die Schlappe, weil das Kartellamt zu der Auffassung kam, es wären in der Sache keine stichhaltigen Beweise vorgelegt worden. Der Zugang zum Apple-DRM sei keine zwingende Voraussetzung, um eine erfolgreiche Musik-Download-Plattform aufzubauen, lautet der Hinweis der Monopolwächter. Apples Marktstellung behindere zurzeit keinesfalls die Marktdynamik. Der Einsatz verschiedener Standards gehe aber vielmehr zu Lasten der Kunden, was indes nicht Inhalt der Virgin-Klage gewesen sei.

Marktforscher sind sich einig, dass der iPod derzeit unangefochten Marktführer ist. Im Gesamtmarkt für portable Player (mit Festplatte, Flash-Speicher und/oder Speicherkarten) hält Apple laut der NPD Group nunmehr einen Marktanteil von 66 Prozent, bezogen auf die Anzahl der ausgelieferten Geräte. Der französische Online-Musikhandel Virgin Mega hatte im August das Kartellamt eingeschaltet und klagte auf unfairen Konkurrenzausschluss durch Apple.

Der zum Lagardère-Konzern gehörende Online-Shop Virgin Mega ist neben dem Angebot von Fnac und Sony einer der größten Verkaufsstellen von Musik im französischen Internet. Er ergänzt die Virgin Megastores und ist derzeit mit 300.000 lizenzierten Songs bestückt, die jeweils 1,19 Euro kosten. Zum Jahresende sollen 500.000 Songs verfügbar sein. Für die Entwicklung und Bestückung des Mitte Mai gestarteten Online-Shops hatte Virgin 30 Millionen Euro investiert. (tol)