PeopleSoft weist auch neues Oracle-Kaufangebot zurück
Die jüngste Offerte des Konkurrenten Oracle von 24 US-Dollar je PeopleSoft-Aktie entspreche nicht dem wahren Wert des Unternehmens.
Die US-amerikanische Unternehmenssoftware-Firma PeopleSoft hat auch das jüngste Kaufangebot des Konkurrenten Oracle als unzureichend zurückgewiesen. Die Offerte von 24 US-Dollar je PeopleSoft-Aktie entspreche nicht dem wahren Wert des Unternehmens, teilte der Verwaltungsrat am Mittwoch nach Börsenschluss mit. PeopleSoft wehrt sich bereits seit fast eineinhalb Jahren gegen den Übernahmeversuch. Oracle hatte angekündigt, das neue Angebot sei auch das letzte.
PeopleSoft-Konzernchef Dave Duffield erklärte, sein Unternehmen sei "erheblich mehr wert". Man sei bereit, "über ein angemessenes Oracle-Angebot" zu verhandeln. PeopleSoft ist nach SAP der zweitgrößte Unternehmenssoftware-Anbieter weltweit, Oracle liegt auf Platz drei. Zum Zeitpunkt des ersten Übernahmeangebots im Juni 2003 belegte Oracle noch den zweiten Rang.
Das Angebot von insgesamt rund 8,8 Milliarden US-Dollar (6,8 Milliarden Euro) werde zurückgezogen, falls nicht bis zum 19. November die Mehrheit der PeopleSoft-Aktien angeboten werde, hatte Oracle angekündigt. 24 US-Dollar je Aktie sei der "absolute Höchstbetrag", den man zu zahlen bereit sei, betonte Oracle-Chef Larry Ellison. Darüber hinaus gebe es bessere Verwendungszwecke für das eigene Kapital, zum Beispiel Akquisitionen und Rückkäufe eigener Aktien. Oracle sei jetzt seit eineinhalb Jahren mit der Sache beschäftigt, und es sei Zeit für einen Abschluss.
Aber selbst wenn Oracle die Mehrheit der PeopleSoft-Aktien offeriert bekommt -- eine Fortsetzung des Kampfes ist weiterhin möglich. Denn sollte der PeopleSoft-Verwaltungsrat nicht die so genannten "Giftpillen" beseitigen, sprich Maßnahmen zur enormen Verteuerung des Oracle-Übernahmeangebots, müsste ein Richter in Delaware am 24. November darüber befinden. PeopleSoft-Aktien fielen am Mittwoch nachbörslich um 2,15 Prozent auf 22,30 US-Dollar, die Oracle-Aktien gaben um 0,45 Prozent auf 13,32 US-Dollar nach. (dpa) / (tol)