SAP bietet Hewlett-Packard engere Kooperation an

Co-Konzernchef Jim Hagemann Snabe sagte in einem Zeitungsinterview, sein Unternehmen sei offen dafür, die Zusammenarbeit auszubauen, zumal HP ebenfalls auf mobile Lösungen setze.

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  • dpa

Der Softwarehersteller SAP bietet dem IT-Konzern Hewlett-Packard (HP) eine engere Zusammenarbeit an. "HP ist ein langjähriger guter Partner von uns, und wir sind offen dafür, diese Zusammenarbeit auszubauen", sagte Co-Konzernchef Jim Hagemann Snabe der Süddeutschen Zeitung. "Zumal HP gerade Palm übernommen hat und ebenfalls auf mobile Lösungen setzt." Gerüchte, HP könnte SAP übernehmen, seien dagegen reine Spekulation.

Snabe rechnet trotz einer Milliarden-Entschädigungszahlung an den Erzrivalen Oracle, zu der ein Gericht in den USA die Walldorfer im November verurteilt hat, nicht mit negativen Auswirkungen aufs Geschäft. "Die möglichen Folgen des Rechtsstreits können wir gut finanzieren. Wir ändern deshalb nicht unsere Strategie und nicht unsere Prioritäten", so Snabe. "Ich habe auch keine Angst, dass wir Marktanteile in den USA verlieren. Wir arbeiten für unsere Kunden und nicht gegen unsere Wettbewerber."

Ob SAP gegen das Urteil vorgehen werde, ließ Snabe offen. Noch gebe es keinen abschließenden Richterspruch. "Erst danach werden wir über weitere Schritte entscheiden." Der Prozess sei zu einem großen Kampf der Wettbewerber hochstilisiert worden. "Mein Eindruck ist: Die Kunden haben das ganze Theater inzwischen satt." Mitarbeiter der Software-Wartungsfirma TomorrowNow hatten nach dem Kauf des Unternehmens durch SAP 2005 in großem Stil unrechtmäßig Updates bei Oracle heruntergeladen.

Snabe steht zusammen mit Bill McDermott seit Februar an der Spitze des Unternehmens. Sie lösten Léo Apotheker ab, der mittlerweile HP-Chef ist. SAP habe die Kunden irgendwann etwas aus den Augen verloren und auch Lösungen an deren Bedürfnissen vorbei entwickelt, so Snabe weiter. "Aber das hat sich jetzt geändert, der Kunde steht wieder klar an erster Stelle."

"Wir sind vor allem schneller geworden. Wir haben die Struktur verbessert, Bürokratie und Hierarchien abgebaut und den Mitarbeitern wieder mehr Verantwortung gegeben", ergänzte Snabe. Derzeit befinde sich der Konzern in einer Übergangsphase. "Ein Unternehmen mit etwa 50.000 Mitarbeitern funktioniert nicht von heute auf morgen anders. Viele Mitarbeiter leben noch in zwei Welten, in der alten und in der neuen. Da läuft nicht sofort alles reibungslos." (anw)