Online-Geschäft treibt Versandhändler Otto an

"Der maßgebliche Wachstumsmotor für das Kerngeschäft der Otto Group bleibt der E-Commerce", meinte der Vorstandsvorsitzende des weltgrößten Versandhändlers; mit Microsoft will Otto neue digitale Verkaufswege erschließen.

vorlesen Druckansicht 13 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Der weltgrößte Versandhändler Otto hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/06 (28. Februar) ein leichtes Umsatzplus von 0,9 Prozent auf 14,56 Milliarden Euro erreicht. Dabei gingen nach vorläufigen Zahlen die Umsätze in Deutschland im Zuge der allgemeinen Konsumschwäche um vier Prozent zurück, während sie im Ausland um 5,6 Prozent zulegten, teilte die Otto Group am Montag in Hamburg mit. Das internationale Geschäft trug 53,1 Prozent zu den Otto-Umsätzen bei. Der Gewinn vor Steuern, der im vergangenen Geschäftsjahr bei 414 Millionen Euro lag, sei weiter gestiegen.

"Der maßgebliche Wachstumsmotor für das Kerngeschäft der Otto Group bleibt der E-Commerce", sagte Vorstandsvorsitzender Michael Otto. Mit einem Plus von 30 Prozent auf drei Milliarden Euro sei die interne Prognose von 22 Prozent deutlich übertroffen worden, und Otto habe die Position als zweitgrößter Online-Händler der Welt hinter Amazon weiter ausgebaut. Auch im laufenden Geschäftsjahr werde der E-Commerce weiter vorangetrieben, unter anderem durch die Kooperation der Otto Group mit Microsoft zur Erschließung neuer digitaler Verkaufswege.

Unter dem verhaltenen Konsumklima in Deutschland litten vor allem die großen Universalversender des Konzerns wie das Stammhaus Otto, Schwab und Baur. Sie schnitten mit einem Minus von 6,3 Prozent jedoch immer noch besser ab als der Wettbewerb. "Wir haben dieses Geschäft neu strukturiert und unsere hohe Kundenorientierung weiter verstärkt", sagte Otto. "Damit haben wir uns für die Zukunft fit gemacht." Das Unternehmen habe mit einer schnelleren Taktung seiner Haupt- und Spezialkataloge begonnen und sei vor wenigen Wochen in das Segment der Premium-Marken eingestiegen, um sich so neue Kundengruppen zu erschließen.

Einzelne Segmente des Handels- und Dienstleistungskonzerns entwickelten sich besser als das Kerngeschäft. So steigerte der Bereich Service, zu dem der Logistik-Dienstleister Hermes und die Otto-Reisesparte gehören, den Umsatz um 36 Prozent auf 287 Millionen Euro. Insgesamt umfasst die Otto Group 123 wesentliche Unternehmen in 19 Ländern und beschäftigt rund 54.000 Mitarbeiter. (dpa) / (jk)